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Zielgruppen für das ganzjährig bewohnbare Hausboot seien neureiche Jugendliche oder Ärzte, erklärten die Projektbetreiber.

Foto: APA/Fichter

Rundumverglasung, Doppelbett, Küche und Dusche, auf Wunsch auch ein Whirlpool am Dach: Wer es sich leisten kann bzw. will, für den spielt das erste Wiener Design-Hausboot alle Stückeln. Die "Sparvariante" des so genannten "Floating Home" beginnt bei 120.000 Euro und umfasst 30 Quadratmeter Wohnfläche sowie elf Quadratmeter Terrasse, wie die Firma "Mikrohaus" am Donnerstag bekannt gab. Die erste schwimmende Variante des Kleinhauses kann ab nun im Kuchelauer Jachthafen in Wien-Döbling bestaunt werden.

Pfarrer Michael Manfred Hofians vom Stift Klosterneuburg, der das Hausboot am Donnerstag auf den Namen "Stephanie" taufte, könnte sich vorstellen, "dass das mein Ruhekissen wird". Er sehe nur ein kleines Problem: "Den Kellerausbau", so der Pfarrer schmunzelnd. Der ist in gewisser Weise aber ohnehin schon vorhanden, unter dem Boot befindet sich nämlich ein tausend Liter fassender Fäkalientank.

Enten im Wohnzimmer, quasi

Namenspatronin und Projektmitinitiatorin Stephanie Haas berichtete von den ersten Erfahrungen beim Probewohnen. "Enten und Biber sind quasi durchs Wohnzimmer geschwommen." Selbsttätig bewegen kann sich das Hausboot allerdings nicht. Es muss durch andere Boote in seine Position geschoben werden. Der Zugang erfolgt über einen Steg; fahren Boote vorbei, fängt das "Floating Home" leicht zu schaukeln an.

Das Hausboot sei "jederzeit schleppbar, Salz- und Süßwasser geeignet, und bei der Ausstattung am modernsten Stand der Technik", so der Vertreter der Herstellerfirma, Sascha Haas. Zielgruppen für das ganzjährig bewohnbare Hausboot seien neureiche Jugendliche oder Ärzte, erklärte Haas weiters. Heizung und Kühlung der 2,8 Meter hohen Räume erfolgen über Klimageräte, dank elektrischer Rollos sei man sowohl vor der Sonne als auch vor neugierigen Nachbarn sicher.

Döblings Bezirksvorsteher Adolf Tiller meinte anlässlich der Präsentation, dass es sich um eine "hervorragende" Idee handle, da nun jene Menschen, die gerne am Wasser seien, dort auch wohnen könnten. Friedrich Pacejka, Chef des Wiener Hafens, wünschte "Stephanie" am Donnerstag, dass sie über 100 Jahre schwimmen möge. (red)