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Hugo Chavez bei Kollege Medwedew

Foto AP/Natruskin

Moskau - Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat die Unabhängigkeit der abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien anerkannt. Venezuela werde die beiden Provinzen von nun an als souveräne Staaten betrachten, sagte Chavez am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew. Wenig später erneuerte die Regierung in Moskau ihre Bereitschaft, Waffen im Wert von mehreren Milliarden Dollar an das südamerikanische Land zu liefern.

Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Südossetien und Abchasien werde in Kürze begonnen, sagte Chavez. "Danke, Hugo", erwiderte Medwedew. "Russland hat das souveräne Recht eines jeden Landes, die Unabhängigkeit eines Staates anzuerkennen oder nicht, immer unterstützt. Wir sind sehr dankbar", sagte Medwedew.

Auch der abchasische Präsident Sergej Bagapsch dankte Chávez und versprach den Aufbau so "enger politischer und wirtschaftlicher Beziehungen wie möglich".

Georgien glaubt an Druck Moskaus

Das von den EU und den USA gestützte Georgien erklärte, die Anerkennung sei auf Druck Russlands zustande gekommen. Dadurch würden die Marionettenregierungen in den beiden Enklave aber nicht legitimiert, sagte der stellvertretende georgische Außenminister Alexander Nalbandow. Chávez sei eine "Randfigur" und seine Entscheidung sei eine "Anomalie ohne entscheidende politische Konsequenzen", erklärte Vize-Ministerpräsident Temur Jakobaschwili.

Russland hatte Südossetien und Abchasien nach dem Krieg mit Georgien im August 2008 als unabhängig anerkannt. Bisher war nur Nicaragua dem Beispiel Russlands gefolgt.

Südossetien und Abchasien hatten sich nach Kriegen zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts von der Regierung in Tiflis losgesagt. Abchasien, das am Schwarzen Meer liegt, hat rund 340.000 Einwohner. In Südossetien leben 70.000 Menschen. 89 Prozent der Einwohner Südossetiens haben einen russischen Pass. Die Verkehrssprache ist russisch und bezahlt wird mit dem Rubel.

Nach dem Treffen mit dem linkspopulistischen Chavez bestätigte Medwedew ein bevorstehendes Waffengeschäft beider Länder. Russland werde die Wünsche Venezuelas erfüllen, zitierte die Nachrichtenagentur RIA den Präsidenten. "Wir werden Panzer liefern, wir haben gute Panzer." Chavez will die venezolanische Armee für mehr als vier Milliarden Dollar mit russischen Panzern, Flugzeugen und Kalaschnikow-Gewehren aufrüsten.

Venezuela plant nach russischen Medienberichten unter anderem den Kauf russischer U-Boote, Hubschrauber und Panzer, bei dem Treffen der beiden Präsidenten sollten jedoch keine Verträge zum Rüstungskauf abgeschlossen werden. Die Verteidigungsministerien einigten sich in diesem Bereich lediglich auf eine militärische Kooperation. Auch im Energiebereich unterzeichneten beide Länder mehrere Kooperationsabkommen. (APA/Reuters)