Bregenz - "Mich ärgert die Geschichte." Grund des Ärgers von Klemens Voit, Direktor des Gymnasiums Blumenstraße in Bregenz, ist die Mobilfunkanlage auf dem Schuldach. Besser: die Elterninitiative gegen die Anlage. Seit 2006 kämpft "eine sehr kleine Gruppe" (Voit) für die Abschaltung. Die von den Eltern nach zwei Jahren erreichte Überprüfung der Strahlenbelastung ergab, "dass wir nicht gefährdet sind", so Voit. Ganz anders die Elternmeinung: Sie zweifeln Messergebnis und -methode an.

Andrea Gangl-Krojer: "Im Laufe der Auseinandersetzung wurden wir mit Einstellungen und Argumenten konfrontiert, die wir eher von der Mobilfunkindustrie erwartet hätten." Der Direktor ließ nun die kritisierte Messung von der TU Graz begutachten. Ergebnis: Der Messbericht weise zwar formale und "teilweise schwerwiegende inhaltliche Unzulänglichkeiten" auf, die höchsten Immissionen lägen aber noch 100.000-fach unter der "Einsatzschwelle erster biologischer Wirkungen". Die Elterninitiative gibt nicht auf. Mittlerweile prüft Volksanwältin Terezija Stoisits die Causa.

Das Gymnasium Blumenstraße ist die einzige Vorarlberger Schule mit Handymasten. Schulen in Rankweil und Klaus haben sich erfolgreich gegen eine Installation gewehrt. "Eine schwierige Sache" sei das mit den gesundheitlichen Aspekten, heißt es aus dem Landesschulrat, darum sei man zurückhaltend. Ähnlich die Situation im Burgenland, wo es keine Schul-Masten gibt.

Insgesamt hat die Bundesimmobilienverwaltung 22 Schuldächer an Mobilfunkanbieter vermietet. Für 400 bis 600 Euro pro Monat, 25 Prozent davon bekommen die Schulen. BIG-Sprecher Ernst Eichinger: "Aufgrund der Sensibilität wird nur mit Einverständnis der Schulleitung vermietet." (jub, wei/DER STANDARD, Printausgabe, 11. September 2009)