Baku - Bei einem Feuergefecht mit aserbaidschanischen Soldaten nahe der von Armeniern bewohnten und von Aserbaidschan abtrünnigen Enklave Nagorny(Berg)-Karabach sind nach Medienberichten aus Baku fünf armenische Soldaten getötet worden. Der Schusswechsel habe sich am Donnerstag in der an Berg-Karabach angrenzenden Region Agdam ereignet, berichtete die aserbaidschanische Nachrichtenagentur ANS. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums von Berg-Karabach wies den Bericht "aserbaidschanische Propaganda" zurück. Das Verteidigungsministerium in Baku lehnte eine Stellungnahme ab.

An der Grenze zwischen dem überwiegend von Armeniern bewohnten Gebiet Nagorny-Karabach, das im Zuge des Zerfalls der UdSSR seine Selbständigkeit erklärt hat, und Aserbaidschan kommt es immer wieder zu bewaffneten Zusammenstößen. Beim letzten schweren Zwischenfall hatten im Jänner aserbaidschanische Truppen nach eigenen Angaben drei armenische Soldaten getötet.

Karabach-Krieg

Um die Enklave, die immer mehrheitlich armenisch bewohnt war und völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört, hatte sich während des Zerfalls der Sowjetunion Anfang der 1990er-Jahre ein blutiger Konflikt entzündet. Berg-Karabach sagte sich von Aserbaidschan los, was mit Armenien zu einem Krieg um die Region führte, der 1993 mit einem Waffenstillstand endete. Ein Friedensabkommen gibt es bis heute nicht. Es gab Vermittlungsbemühungen im Rahmen der OSZE, mit den USA, Frankreich und Russland. Treffen auf Ebene der Staatspräsidenten Aserbaidschans und Armeniens blieben ohne Ergebnis.

Seit der Waffenruhe 1994 stehen das strittige Gebiet sowie ein Landkorridor nach Armenien unter armenischer Kontrolle. Die Türkei hatte ihre Grenze zu Armenien 1993 als Reaktion auf die Besetzung Nagorny-Karabachs geschlossen. Erst vor kurzem wurde zwischen den Regierungen in Ankara und Eriwan eine Vereinbarung getroffen, wonach die Grenze wieder geöffnet werden soll. (APA/Reuters)