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Auch im Bansho-jii-Tempel in Nagoya haben LED-Leuchten Einzug gehalten und illuminieren hier zum Verkauf stehende gläserne Buddhabilder.

Foto: Reuters / Toru Hanai

Während Europäer derzeit zwecks baldigen Verbots Glühbirnen bunkern, hat in Japan der Ansturm auf extrem sparsame Lampen aus Leuchtdioden (LED) begonnen. Schon seit diesem Sommer quellen die Regale in der Lampenabteilung von Japans größtem Technikkaufhaus Bic Camera in Tokio mit LED-Birnen von Toshiba und Sharp über. Am Donnerstag hat auch Panasonic den Einstieg in den Zukunftsmarkt angekündigt.

Hoher Preis

Die Konzerne versprechen sich reißenden Absatz, obwohl die Preise mit rund 30 Euro für eine wie eine 60-Watt-Glühbirne strahlende LED-Lampe sehr hoch sind. Denn der Stromverbrauch der neuen Leuchten liegt rund ein Drittel unter bisherigen Energiesparlampen und 90 Prozent unter Glühbirnen. Gleichzeitig verheißen die Hersteller, dass eine Diodenbirne drei Energiespar- und 40 Glühlampen überlebt. "Wir haben daher unsere neue Serie Everleds genannt", sagt ein Panasonic-Manager. Allein durch die Stromeinsparungen könne der Kunde die Anfangsinvestitionen in ein paar Jahren wettmachen, wirbt er.

Kein Verlust des Kulturguts

Auch unabhängige Industrieexperten sind wegen der globalen Verschärfung der Umweltschutzgesetze und steigender Energiepreise inzwischen überzeugt, dass die innovativen Leuchten endlich den Sprung vom Nischen- zum Massenprodukt schaffen werden. Japan dürfte dabei wieder einmal zu den Erstanwendern der neuen Technik zählen. Niemand beschwört in Asien - wie kürzlich Michael Gärtner, der Vorstandsvorsitzende des Zentralverbands Europäischer Designkultur - den Verlust eines Kulturguts herauf, nur weil der Faden in der Birne durch eine Diode ersetzt wird. Vielmehr zeigt der Augenschein, dass die Kinderkrankheiten der LEDs überwunden sind und sich ganz neue Möglichkeiten eröffnen.

Spitzenmodell für 60 Euro

Sharps 60 Euro teures Spitzenmodell strahlt nicht mehr so punktmäßig wie die vorige Generation, sondern fast so gleichmäßig wie eine Glühbirne. Gleichzeitig lassen sich per Fernbedienung die Helligkeit und der Farbton von kalt zu warm verändern. Und kinderfreundlich ist die Lampe obendrein. Denn wegen der hohen Energieeffizienz heizt sich das Birnenglas nur noch auf knapp über Hauttemperatur auf. Selbst der Metallsockel wird nicht so heiß wie eine normale Glühbirne. (Martin Kölling aus Tokio/ DER STANDARD Printausgabe, 11. September 2009)