Nairobi/Freetown - Die Polizei im westafrikanischen Sierra Leone fahndet nach den Verantwortlichen der Schiffskatastrophe, bei der möglicherweise bis zu 300 Menschen ums Leben gekommen sind. Ein Polizeisprecher sagte am Freitag dem britischen Rundfunksender BBC, der Schiffseigner und andere Mitarbeiter der Schifffahrtsgesellschaft hielten sich offenbar versteckt. Zunächst waren die Ermittler von 150 Menschen an Bord des Schiffes ausgegangen, das in der Nacht auf Mittwoch verunglückt war.

Inzwischen stehe fest, dass 251 Bordkarten verkauft wurden, sagte der Polizeisprecher. Zwei Überlebende des Unglücks hätten ausgesagt, dass zahlreiche Kinder an Bord waren, die kostenlos mitfahren dürfen. Mehrere Passagiere hätten das überladene Schiff aus Sorge um ihre Sicherheit vor der Abfahrt verlassen wollen, seien von der Mannschaft aber gehindert worden. Es gab keine Rettungswesten an Bord. Die knapp 40 Überlebenden hatten sich an dem gekenterten Boot festhalten können, bis sie von Rettungskräften in stürmischer Nacht aus dem Wasser gezogen werden konnten.

Noch ist unklar, ob der Sturm das Schiff zum Kentern brachte oder ob es wegen der Überladung sank. (APA)