Microsoft soll endlich seine sinnlosen Angriffe auf Linux unterlassen – so die klare Botschaft von Linux Foundation-Vorstand Jim Zemlin in seinem Blog-Eintrag mit dem Titel "Protecting Linux from Microsoft (Yes, Microsoft Got Caught)". Das feindliche Vorgehen Microsofts gegen das freie Open-Source-Betriebssystem gehe vollkommen an der Realität vorbei und würde der wachsenden Zahl von AnwenderInnen, die ihre Infrastruktur mit Produkten aus beiden Welten ausstatten, absolut widersprechen.

Patentstreitereien

Zemlins Kommentar ist der vorläufige Höhepunkt einer Patent-Diskussion, die durch den Verkauf früherer Microsoft-Patente an das Open Invention Network (OIN) und die Klage von Microsoft gegen TomTom losgetreten wurde. Das OIN kauft Patente auf, um sicherzustellen, dass diese diese nicht für Klagen gegen Linux verwendet werden können. Microsoft wiederum klagte TomTom aufgrund der verwendeten Open-Source-Implementation des Dateisystems FAT.

Eine klare Richtung

Diese Klage zeige, worum es Microsoft eigentlich ginge, und dass der Konzern trotz aller Beteuerungen und Aktionen – etwa der Gründung der Codeplex Foundation, der WebStandard berichtete – keine Handschlag-Qualitäten aufweise. Linux soll attackiert werden, egal wie groß die Verbreitung und Bedeutung auch immer sei. Dessen müsse man sich bewusst sein, Microsoft wiederum solle seine Position überdenken und sich den Gegebenheiten am Markt anpassen.

Ein Sieg gegen Microsoft

Den Kauf der früheren Microsoft-Patente durch das OIN wertet Zemlin als großen Erfolg für Linux und einen wesentlichen Schritt um Microsofts Strategie begegnen zu können. Zemlin geht davon aus, dass Microsofts Beweggründe klar auf ein Ziel hindeuten – Patente sichern und diese dann gegen Linux-Firmen einsetzen. "Durch den gezielten Verkauf von Patenten, die Linux betreffen, will Microsoft nur Unsicherheit, Zweifel und Angst bezüglich Linux schüren, ohne dafür aber die Linux Community öffentlich attackieren zu müssen. Der Deal der OIN zeigt die Mechanismen auf, die die Linux-Industrie entwickelt hat, um diese Vorgehensweise zu unterbinden."

Wichtige Säulen

Linux habe seinen Platz erobert und sei integraler Bestandteil in der IT-Welt. Microsoft sollte sich daher überlegen, ob eine echte Zusammenarbeit und ein friedliches Nebeneinander nicht der bessere Weg für die Zukunft wäre. Einmal gebe sich Microsoft betont offen und mache Zugeständnisse, dann wieder werde aufs Schärfste gegen Linux gewettert. Eine wachsende Zahl von Unternehmen setzt auf beide Säulen und will Kompatibilität und Interoperabilität sichergestellt wissen – dem könne sich Microsoft nicht ewig verschließen.

In Ballmers Ohr

"Unternehmen, die ein offenes Ohr bei Microsofts-CEO Steve Ballmer haben, sollen Microsoft sagen, dass sie die Patent-Tricks des Konzerns nicht mehr sehen wollen, da diese nur die Zusammenarbeit in der Infrastruktur erschweren. Lasst uns hoffen, dass sich Microsoft entscheidet voran zu gehen und am Markt Veränderungen einzuleiten, anstatt die Attacken weiterlaufen zu lassen.(red)