Wien - Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel verteidigt seine medial als "Hagiographie", "Heldensagen" und "Rechtfertigungsschrift" geschmähten Polit-Erinnerungen "Offengelegt". "Jeder Krämer lobt seine Ware, das ist schon klar", sagte Schüssel am Sonntag in der Ö3-Serie "Frühstück bei mir". Ein "Jubelwerk" solle es zwar nicht sein, aber es handle sich eben um seine Darstellung der Dinge: "Ich stehe zu dem, was ich bin, was ich mache."

Die Darstellung, er habe im Jahr 2000 eigentlich nicht selbst die schwarz-blaue Kanzlerschaft übernehmen wollen und den Posten erst angetreten, als seine Favoritinnen Waltraud Klasnic und Maria Schaumayer abgesagt hätten, begründet Schüssel mit seiner Oppositions-Ansage aus dem Wahlkampf (Schüssel hatte angekündigt, die ÖVP in die Opposition zu führen, sollte er hinter die FPÖ zurückfallen). Außerdem habe er nicht den Ehrgeiz gehabt, unbedingt Kanzler werden zu wollen, betont Schüssel: "Die Macht selber hat mich nie so gereizt, wie man glauben mochte."

(APA)