Los Angeles - Im Poker um den Einstieg bei der kriselnden Japan Airlines (JAL) gibt es offenbar immer mehr Interessenten. Der Mutterkonzern von American Airlines wolle Hunderte Millionen Dollar in JAL investieren und plane eine weitreichende Allianz mit der umsatzstärksten japanischen Fluggesellschaft, berichtete das "Wall Street Journal" am Wochenende unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Die Amerikaner seien deshalb bereits seit Monaten in intensiven Verhandlungen mit JAL.

Laut Kreisen und Medienberichten sind Delta Air Lines sowie Air France-KLM an einer Beteiligung an Japan Airlines interessiert. Delta, dass seit der Übernahme von Northwest Airlines im vergangenen Jahr die größte Fluggesellschaft in der Welt, ist wie Air France Mitglied im Flugbündnis SkyTeam. JAL gehört wie American Airlines der konkurrierenden Vereinigung Oneworld an, was eine Kooperation beider Fluglinien vereinfachen würde. SkyTeam ist derzeit nach der unter anderem von der deutschen Lufthansa gegründeten Star Alliance und Oneworld, die drittgrößte Flugallianz der Welt.

Wegen des Nachfrageeinbruchs infolge der Wirtschaftskrise steht Japan Airlines vor dem zweiten Jahresverlust in Folge und baut sein Geschäft derzeit unter staatlicher Aufsicht um. Die Regierung in Tokio hatte eine Kreditlinie von rund 750 Millionen Euro für den Konzern abgesichert. (APA/Reuters)