New York - Die amerikanischen Nachrichtenmedien haben laut einer Umfrage des Forschungszentrums Pew in den vergangenen 25 Jahren erheblich an Glaubwürdigkeit verloren. So sind 63 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Nachrichten von Fernsehsendern, Zeitungen und anderen Medien häufig ungenau sind. 74 Prozent sind überzeugt, dass Nachrichten unausgewogen sind.

Hingegen gaben 1985 erst 34 Prozent der Befragten an, dass Nachrichten häufig ungenau seien. Vor zwei Jahren erklärten 66 Prozent, sie hielten Nachrichten für unausgewogen.

Kabelfernsehsender polarisieren

Vor allem die großen Kabelfernsehsender polarisieren die Meinungen in den USA. So hatten 72 Prozent der befragten Anhänger der Republikaner eine positive Meinung vom Nachrichtenprogramm des als konservativ geltenden Fernsehsenders Fox News. Von den Anhängern der Demokraten wurde dieser Sender nur zu 43 Prozent geschätzt. Umgekehrt hatten 75 Prozent der Demokraten, aber nur 44 Prozent der Republikaner eine gute Meinung von CNN. Der Sender MSNBC wird von den Demokraten zu 60 Prozent, von den Republikanern zu 34 Prozent positiv gesehen.

Die Fernsehsender sind die dominante Nachrichtenquelle der amerikanischen Öffentlichkeit. An zweiter Stelle hat das Internet die Tageszeitungen seit dem vergangenen Jahr abgelöst. Zeitungen hätten aber bei lokalen Nachrichten noch einen Vorsprung vor dem Internet, erklärte das Pew Research Center for the People & the Press. Für die Studie wurden im Juli 1.506 Personen befragt; die statistische Fehlerquote wurde mit plus/minus drei Prozentpunkten angegeben.

Finanzielle Probleme

Die Ergebnisse der Studie seien auch eine Folge der finanziellen Schwierigkeiten der Medien, erklärte der Chefredakteur der "New York Times", Bill Keller, auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP. "Fakten werden nicht mehr so genau überprüft, wie es sein sollte", schrieb Keller in einer E-Mail. Es gebe zwar nach wie vor viele Medien, die sich um Sorgfalt bemühten. Aber "die große Flut, die unter der Überschrift 'Nachrichtenmedien' firmiert, wird von Junk-Blogs, Gerüchteseiten, aufdringlichen Radiosendern und parteilichem Kabelfernsehen vergiftet". (APA/AP)