Berlin - Die deutsche Bundesregierung sieht sich durch den afghanischen Untersuchungsbericht zu dem tödlichen Luftangriff nahe Kunduz bestätigt. Bisher liege das Dokument in Berlin zwar noch nicht vor, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, am Montag. Dem Vernehmen nach stehe in dem Bericht aber, dass der Angriff als richtig und notwendig betrachtet werde. "Insofern trifft das auch unsere Bewertung", erklärte Raabe.

Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sei nach Afghanistan aufgebrochen, wo er sich mit deutschen Soldaten in Kunduz und dem amerikanischen Kommandeur der NATO-Truppe ISAF, Stanley McChrystal, treffen werde.

Ein Mitglied der afghanischen Untersuchungskommission hatte am Sonntag mitgeteilt, bei dem von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff seien 30 Zivilisten getötet und neun verletzt worden. Durch das Bombardement Anfang September seien zudem 69 Taliban-Kämpfer getötet und elf verletzt worden. Insgesamt kamen demnach 99 Menschen bei dem Angriff ums Leben, 20 weitere wurden verletzt.

Die Bundesregierung erneuerte ihre Zusage, die Angehörigen ziviler Opfer zu entschädigen. "Sollten zivile Opfer zu beklagen sein, wäre es tragisch und hat unser Mitgefühl. Dann werden wir uns um diese Fälle kümmern", kündigte Raabe an. Ansonsten halte die Bundesregierung an ihrer bisherigen Position fest. "Es bleibt dabei: Dieser Schlag war aus unserer Sicht militärisch notwendig", betonte der Sprecher. (APA/Reuters)