Eine der nach wie vor unverschämt modern klingenden Uraltformationen elektronischer Musik hat sich wieder einmal zusammengetan, um den Mussolini tanzen zu lassen: DAF, die Deutsch Amerikanische Freundschaft. Robert Görl (Schlagzeug, Elektronik), und Gabi Delgado-López (Stimme) schufen zu Beginn der 1980er eine aus dem Punk gehobene, radikal reduzierte (Tanz-)Musik, die mittels Einsatz von Roland-Synthesizern knochentrockene Rhythmen generierte, die bis heute jeden Dancefloor aufmischen.

Dazu kamen kühle bis schwul konnotierte Texte, meist sloganhaft und viel- bis eindeutig. Etwa "Verschwende deine Jugend" oder die grimmige Weltnummer "Ein bisschen Krieg" als Antwort auf Nicoles "Ein bisschen Frieden". Was haben wir gelacht! Kommenden Samstag gastiert DAF in der Szene Wien. Zwar war weiß Gott nicht alles, was DAF nach ihren fünf Frühwerken veröffentlicht hat, Gold, live darf man aber darauf hoffen, ein böse böllerndes Best-of-Programm zu erleben: Alles ist gut! (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 16. 9. 2009)