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Die Milchstraße ist nur ein kleiner Teil der Wunder am nächtlichen Himmel.

Foto: AP

Garching - Sterngucker sind um eine ergiebige Quelle reicher: Das Projekt GigaGalaxy Zoom der Europäischen Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre (ESO) veröffentlicht eine hochauflösende Komposition, die den gesamten von der Erde aus wahrnehmbaren Sternenhimmel zeigt.

Ein erstes, bereits online gestelltes Bild zeigt den Himmel, wie er unter optimalsten Bedingungen mit freiem Auge aus wahrnehmbar ist. In den folgenden beiden Wochen wird dieses durch weitere Bilder ergänzt. "Die Idee dieses Projekts ist es, den Himmel zu den Leuten zu bringen. Das ist wieder notwendig, da viele Menschen infolge der wachsenden Lichtverschmutzung in den Städten den Bezug zum Sternenhimmel immer mehr verlieren", erklärt ESO-Sprecher Henri Boffin. Anlass dieser Veröffentlichung ist das Internationale Jahr der Astronomie.

800 Megapixel-Bild

Das erste Panoramabild geht auf die Arbeit des französischen Sternenfotografen Serge Brunier zurück. Mit einer handelsüblichen Digitalkamera (Nikon D3) fotografierte er im Laufe des vergangenen Jahres insgesamt 1.200 Bilder des Nachthimmels mit jeweils sechs Minuten Belichtungszeit, die per Fotobearbeitung zu einem 800 Megapixel-Bild zusammengesetzt wurden. Als Aufnahmeorte wählte Brunier die Berge La Silla und Paranal in der chilenischen Wüste, die zu den günstigsten Regionen der Erde für Sternenbeobachtung zählen, weshalb auch die ESO hier ihre wichtigsten Observatorien betreibt.

Daneben fotografierte Brunier den Himmel von La Palma auf den kanarischen Inseln, wodurch auch die nördliche Hemisphäre des Himmels erfasst werden konnte. "Ich wollte einen Himmel zeigen, den jeder wiedererkennen kann - mit seinen Konstellationen, den tausenden von Sternen, deren Namen vielen seit Kindheit geläufig sind und die durch Mythen Eingang in alle Zivilisationen geschafft haben", berichtet Brunier.

Blick von Laien, Amateuren und Profis

Sichtbar wird im Panoramabild vor allem unsere Milchstraße, die sich als leuchtendes, horizontales Band über das gesamte Bild erstreckt. "In den nächsten beiden Wochen wird das Bild um zwei weitere Bilder ergänzt. Nach dem bisherigen Panorama, das man theoretisch mit freiem Auge erkennen könnte, folgt zunächst ein Panoramabild durch die Linse eines Amateursteleskops. Den Abschluss bildet schließlich ein drittes Bild, das alle Details eines professionellen Teleskops zeigt", kündigt Boffin an. Ziel dieses dreistufigen Himmelspanoramas sei es, einen fließenden Übergang zwischen den Beobachtungen von Laien, Amateuren und Profis zu schaffen. (red/pte)