DNA-Methylierung bezeichnet die chemische Abänderung an Grundbausteinen der Erbsubstanz einer Zelle, was wiederum durch so genannte Methyl-Gruppen bewirkt wird.

Epigenetik befasst sich mit Zelleigenschaften, die auf Tochterzellen vererbt werden und nicht in der DNA-Sequenz festgelegt sind. Solche Mechanismen werden epigenetischer Veränderung bzw. genomische Prägung genannt und kommen vor allem durch Veränderungen an den Chromosomen zustande.

Genomische Prägung (engl. genomic imprinting) ist ein Vererbungsprinzip unabhängig von der Vererbungslehre Mendels. Solcherart "imprintete Gene" blieben zwar an sich unverändert, werden aber abhängig von ihrer elterlichen Herkunft aktiv oder inaktiv vererbt, erhalten also eine genomische Prägung.

Lamarckismus ist eine (im Prinzip überholte) Theorie des französischen Biologen Jean-Baptiste Lamarck, der gemäß Organismen Eigenschaften an ihre Nachkommen vererben können, die sie während ihres Lebens erworben haben. Die Epigenetik liefert - bei allen Unterschieden zum Lamarckismus wie dessen Vorstellung eines "Willens" - Hinweise darauf, dass das im Prinzip möglich ist. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 16.09.2009)