Die junge Mode-schöpferin Lena Hoschek liebt den verspielten Stil der 50er-Jahre. Die 28-Jährige, die bei Vivienne Westwood studierte, hat sich mit ihren Geschäften am Wiener Spittelberg und in Graz bereits in der Branche etabliert. 2005 hat sie ihr eigenes Modelabel gegründet und seither bereits sechs Kollektionen designt.

Foto: Privat

Wien - Im Geschäft der 28-jährigen Jungdesignerin Lena Hoschek am Wiener Spittelberg wimmelt es nur so von bunten Kleidern. Die rosa gestrichenen Wände passen gut zum lieblichen Flair des Geschäfts. Die gebürtige Grazerin behauptet sich abseits des Mode-Mainstreams mit dem verspielten 50er-Jahre-Stil.

Ihr Weg in die Branche begann mit dem Kolleg an der Modeschule Hetzendorf in Wien. Sie dachte nie an etwas anderes, als Designerin zu werden: "Schon als kleines Mädchen habe ich es geliebt, meine Puppen einzukleiden."

Keine Starallüren

Nach der Modeschule bewarb sich Hoschek für ein Praktikum in London - und wurde prompt genommen. Für acht Monate durfte sie bei der bekannten Designerin Vivienne Westwood lernen. Doch aufgeregt war sie nicht, als sie vor ihrem Idol stand und von ihr lernen durfte. "Star oder kein Star, im Grunde sind wir alle doch nur Menschen" , sagt Hoschek lachend.

Einer ihrer ersten Aufträge war ein Cocktailkleid für eine Freundin. Nachdem das erste Stück gelungen war, verbrachte sie den ganzen Sommer damit, Röcke und Kleider für ihr erstes Geschäft in Graz zu nähen. Ihre Mode wurde von Anfang an gut angenommen, und die Leute zeigten Interesse an ihren Kleidern, was zugleich ein gutes Feedback für Hoschek war und ihre Motivation steigerte. Ihr Antrieb brachte sie weit - sie durfte sogar einmal den Popstar Katy Perry einkleiden.

Plattform für Ideen

Moritz Baier (28), Jungdesigner, Geschäftsführer und Entwickler von Useabrand, hat es ebenfalls geschafft, sich in Österreich als junger Modeschöpfer abseits des Mainstreams zu etablieren.

Useabrand ist eine Plattform, die jedem - selbst Laien - die Möglichkeit bietet, selbst Kleidung zu entwerfen. Per Voting werden die besten Designs gewählt - diese werden dann von Useabrand produziert, und die Designer bekommen ein Honorar für ihre Entwürfe.

Das Team von Baier besteht aus Grafikern, Fotografen, Schneiderinnen und Produzenten. Die Designerin der hauseigenen Kollektion ist Anna Rihl - Baier bezeichnet sie als seine "zweite Hälfte". Den Stil ihrer Mode bezeichnet er als "leicht und luftig" .

Vor fünf Jahren hatte Bayer die Idee zu seinem Unternehmen. Zuvor verdiente er als freier Fotograf sein Geld, doch er wollte sich etwas Neues aufbauen und das Genre wechseln. "Man denkt immer, dass das, was die anderen machen, leichter ist."

Drei Jahre später begann er, Promotion-Aktionen zu starten. "Wir haben ein Werbeauto auf die Mariahilfer Straße gestellt, wo wir verschiedene Werbegeschenke und Flyer verteilt haben." Vor allem durch diese Promotion-Aktionen haben sehr viele Leute die Plattform Useabrand entdeckt. Für die Zukunft ist sogar ein Geschäft in Planung.

Baier legt großen Wert darauf, dass die Arbeitsbedingungen seiner Schneiderinnen, die er alle persönlich kennt, gut sind. Kinderarbeit ist für ihn ein absolutes Tabu. Er würde sich nicht wohlfühlen, wenn er für seine Kollektion ein Großunternehmen mit Massenproduktionen engagieren würde, wo schlechte Arbeitsbedingungen herrschen. "Auch ich selbst trage nur Kleidung von Firmen, von denen ich weiß, wo und wie sie produzieren lassen" , erklärt Baier. (Katharina Deisting und Luise Gieselmann/DER STANDARD-Printausgabe, 16. September 2009)