Rom - Italiens rechtsföderalistische Regierungspartei Lega Nord will Migranten den Zugang zu Sozialwohnungen versperren. Die Partei von Umberto Bossi arbeitet an einem Gesetzesentwurf, wonach auf gesamtstaatlicher Ebene nur zehn Prozent aller sozialen Wohnbauten an Ausländer vergeben werden dürfen.

"Das sozialen Wohnbausystem ist skandalös. Diese Wohnbauten sind zu Ghettos geworden, in denen die soziale Lage dramatisch ist. Daher müssen wir das ganze System neu überdenken und die Zahl der Ausländer einschränken, die aufgrund ihres niedrigen Einkommens Priorität bei der Wohnungsvergabe haben", sagte Davide Boni, Ausschussratsmitglied der Lega in Mailand. Die Einschränkung bei der Zahl der in Sozialwohnungen zugelassenen Migranten sei notwendig, um die Integration der Ausländer zu fördern.

Unter dem Druck der Lega Nord will Italien jetzt eine Obergrenze von 30 Prozent für ausländische Kinder pro Schulklasse einführen. Bildungsministerin Maria Stella Gelmini erklärte am Montag, dass diese Maßnahme nicht gegen ausländische Schüler gerichtet sei, sondern zu ihrer Integration dienen solle. Man wolle die Bildung von "Ghetto-Klassen" mit einer Mehrheit von Migrantenkindern vermeiden. Darüber hinaus müssten die Schulen laut Gelmini weitere Anstrengungen unternehmen, um das Angebot an Italienisch-Kursen für ausländische Kinder zu erweitern. (APA)