Nairobi/Mogadischu - Nach dem Anschlag auf das Lager der AU-Friedenstruppen in Somalia hat die Afrikanische Union verstärkte internationale Hilfe zur Stabilisierung des Landes am Horn von Afrika gefordert. "Unsere eigenen Kapazitäten reichen nicht aus", sagte der AU-Beauftragte für Somalia, Nicolas Bwakira, am Freitag. Deshalb müsse die internationale Gemeinschaft helfen.

Die AU-Friedenstruppe soll die somalische Übergangsregierung stützen. Die Afrikanische Union hat aber wiederholt beklagt, dass die Truppe zahlenmäßig zu schwach sei. Geplant war die Stationierung von 8.000 Soldaten, tatsächlich aber sind es nur etwa 5.000.

Die Zahl der Toten bei dem doppelten Selbstmordanschlag am Donnerstag in Mogadischu stieg unterdessen auf 21. AU-Sprecher Gaffel Nkolokosa erklärte, unter den Toten seien 17 Soldaten, etwa 40 Personen seien verletzt worden. Noch immer bestehe aber nicht völlig Klarheit über das Ausmaß des Anschlags.

Vergeltung

Zu der Tat bekannte sich die extremistische Gruppe Al Shaba. Der Anschlag war eine Vergeltung für die Liquidierung eines der meistgesuchten Terrorverdächtigen Afrikas in Somalia durch eine US-Kommandoeinheit. Die Attentäter waren mit gestohlenen UN-Fahrzeugen, die mit Sprengstoff beladen waren, in den Stützpunkt hineingefahren.

Mit einem französischen Militärflugzeug wurden unterdessen 17 Verletzte von Mogadischu nach Nairobi geflogen. In einer Erklärung hieß es, Frankreiche stehe zu seiner Unterstützung für die Mission der Afrikanischen Union und die somalische Regierung.

Die Rebellenorganisation Al Shaba hat Frankreich aufgefordert, es müsse seine Unterstützung für die Regierung einstellen und die AU-Friedenstruppen zum Abzug zwingen. Weiter solle Frankreich seine Schiffe aus somalischen Gewässern abziehen und alle gefangenen Dschihadisten freilassen.

Die Extremisten haben einen Franzosen in ihrer Gewalt. Der Sicherheitsberater wurde Mitte Juli zusammen mit einem Kollegen aus einem Hotel in Mogadischu verschleppt. Die Entführer kündigten damals an, sie wollten den beiden wegen Spionage und Verschwörung gegen den Islam den Prozess machen. Einem Franzosen gelang inzwischen die Flucht.

Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung mehr. Nach Friedensgesprächen in Nairobi wurde 2004 zwar eine international anerkannte Zentralregierung eingesetzt, 2007 begann jedoch ein Aufstand von Islamisten. Die Gesetzlosigkeit gilt auch als verantwortlich für die Piratenüberfälle im Golf von Aden. (APA/AP)