Paris - Die französische Fluggesellschaft Air France will den Absturz eines Airbus über dem Atlantik im Juni jetzt von unabhängigen Fachleuten untersuchen lassen. Das Unternehmen wolle nach der Katastrophe "alle Verfahren und alle Vorgänge überprüfen, die zur Sicherheit unserer Flüge beitragen", teilte es am Donnerstag mit. Dazu wolle es den Dienst "anerkannter, unabhängiger Fachleute" auch aus dem Ausland beanspruchen.

Unter anderem solle sich ein Mitarbeiter der US-Partnergesellschaft Delta Airlines an der Untersuchung beteiligen. Die französische Pilotenvereinigung SNPL begrüßte die Ankündigung, wies aber darauf hin, dass etwaige Verbesserungsvorschläge dann auch umgesetzt werden müssten.

Der Airbus A330 war am 1. Juni mit 228 Menschen an Bord zwischen Brasilien und Frankreich ins Meer gestürzt. Niemand überlebte das Unglück. Bis heute ist ungeklärt, wieso die Maschine abstürzte. Eine Rolle haben französischen Luftfahrtermittlern zufolge die Sonden zur Geschwindigkeitsmessung am Äußeren des Flugzeugs gespielt. Nach wiederholter Kritik an den Sonden des französischen Herstellers Thales empfahl der Flugzeugbauer Airbus mittlerweile all seinen Kunden, die eher unüblichen Thales-Sonden gegen die Messgeräte des gängigen US-Herstellers Goodrich auszutauschen.

Die sogenannten Pitot-Sonden hatten bei der Unglücksmaschine falsche Geschwindigkeitsdaten übermittelt, wodurch der Autopilot sich ausschaltete, wie aus den letzten automatischen Meldungen der Maschine hervorging. Die beiden Flugschreiber des Airbus wurden bisher nicht gefunden. (APA/AFP)