London/Frankfurt - British Airways (BA) zeigt Interesse an der Lufthansa-Tochter British Midland (BMI). Sollte sich die deutsche Fluggesellschaft für einen Verkauf des Unternehmens entscheiden, "wären wir interessiert", sagte British-Airways-Chef Willie Walsh dem "Evening Standard" am Mittwoch. Derzeit hätten aber die laufenden Fusionsverhandlungen mit der spanischen Fluggesellschaft Iberia und eine anschließende Allianz mit American Airlines Vorrang. Lufthansa wollte sich am Donnerstag nicht dazu äußern.

Die deutsche Airline, seit kurzem auch Mutter der Austrian Airlines (AUA), hatte erst kürzlich die Verluste schreibende BMI von deren Gründer Michael Bishop übernommen. Den Kauf hatte die deutsche Fluggesellschaft bereits vor Jahren arrangiert. Noch ist aber nicht sicher, ob das Unternehmen in den Konzern integriert oder wieder verkauft werden soll. Lufthansa will BMI in die Gewinnzone zurückführen, bevor eine Entscheidung fällt. Derzeit prüft die Fluggesellschaft alle Optionen.

Walsh ließ offen, ob er bereits konkrete Verhandlungen mit Lufthansa führt. "Wir haben ihnen unsere Position mitgeteilt", sagte er lediglich. BMI ist interessant, weil sie nach British Airways die meisten Start- und Landerechte am größten Londoner Flughafen Heathrow hat.

Neben BA hatte auch die Fluggesellschaft Virgin Atlantic des Milliardärs Richard Branson Interesse an einer Zusammenarbeit mit BMI signalisiert. 20 Prozent der BMI-Anteile liegen bei der skandinavischen Airline SAS. (APA/Reuters)