Wien - Post von der Personalabteilung erhielten an die 20 Kurier-Mitarbeiter, großteils Journalisten, geboren 1953 und früher. Wann könnten sie frühestens in Pension gehen, wollte die Administration wissen. "Leichtfertig", findet Betriebsratschef Gerhard Krause, zumal das unnötig "Unruhe" verursacht und Journalisten etwa studienbedingt nicht in die "Hacklerregelung" fielen. Die Kurier-Belegschaft habe ohnehin Sparwillen demonstriert, mit Verzicht auf Gehaltsbestandteile, Zulagen, Honorare für Beilagen.

Um zehn Prozent soll das die Kosten reduziert haben, obwohl der Kurier im Gegenzug zehn freie Mitarbeiter angestellt habe, nach Journalistenkollektivvertrag. Mehrheitseigner Raiffeisen habe sich mit dem Sparerfolg zufrieden gezeigt. Mitgesellschafter WAZ dürfte sich kommende Woche im Aufsichtsrat dazu äußern. Viel weniger geht laut Krause nicht mehr: Dann könne der Kurier seinen Qualitätsanspruch nicht erfüllen. Die Personalabteilung fragte auch ganz oben nach Pensionsantritt: Chefredakteur Christoph Kotanko, Jahrgang 1953, erhielt einen Brief. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 18.9.2009)