Wenn einer einmal Präsident ist, hat er es geschafft, möchte man meinen. Nicht so Martin Graf. Der Dritte Nationalratspräsident ist seit seiner Wahl umstritten - und wurde seit seiner Attacke gegen Ariel Muzicant, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde ("Ziehvater des antifaschistischen Linksterrors" ), vollends zur Persona non grata der Innenpolitik.

Dementsprechend deutlich relativierten Bundespräsident Heinz Fischer und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer im Standard die Rolle Grafs: Fischer verwies den Präsidentenkollegen hinter Platz 30 im Protokoll, Prammer auf Platz 17 - Minister nicht mitgerechnet.

Graf will jetzt eine Podiumsdiskussion zum Thema"Die Stellung der Nationalratspräsidenten in der österreichischen Politik" mit Schwerpunkt auf die Dritten Präsidenten veranstalten. Am 27. Oktober wird das Protokollarische also geklärt sein. Eindeutig war die Rolle Grafs schon bislang: als Alter Herr der rechtsextremen Burschenschaft Olympia. (kmo/DER STANDARD-Printsausgabe, 18. September 2009)