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Vladavic und Janko feiern den Siegtreffer im Stadio Olimpico.

APA-FOTO: HERBERT PFARRHOFER

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Lazios Modibo Diakite (R) attackiert Somen Tchoyi.

REUTERS/Tony Gentile

Rom - Mit ein wenig Glück hat Salzburg am Donnerstagabend zum Fußball-Europa-League-Auftakt in Rom eine Sensation geschafft. Österreichs Meister musste im ersten Match der Gruppe G gegen den italienischen Cupsieger Lazio Rom das 0:1 durch Pasquale Foggia hinnehmen (59.), die Italiener stellten danach aber zu früh ihre Arbeit ein und wurden durch Gegentreffer von Franz Schiemer (82.) und Marc Janko (93.) noch hart bestraft.

Für Österreichs Fußball war das 2:1 der erste Sieg in Italien seit der Saison 2003/04, damals hatte der SV Salzburg in der ersten UEFA-Cup-Runde ähnlich überraschend in Udinese ebenfalls 2:1 gewonnen. Salzburg trifft nun am 1. Oktober daheim auf Villarreal, das im Parallelspiel Lewski Sofia 1:0 besiegt hat.

Defensiv ausgerichtet

Huub Stevens schickte Salzburg mit einem defensiv und auf Konter ausgerichteten 4-1-4-1-System ins Rennen, der Niederländer bot mit Somen Tchoyi, Dusan Svento und Marc Janko nominell nur drei offensiv orientierte Leute auf. Auf der Tribüne Platz nehmen musste Stürmer-Routinier Alexander Zickler, der seit dem Abschlusstraining am Mittwochabend mit Muskelproblemen in der Wade zu kämpfen hat. "Ein Einsatz wäre ein zu großes Risiko gewesen", meinte der Deutsche.

Dass die Europa League in Italien nach Serie A und Champions League nur die dritte Geige spielt, zeigte einerseits das bescheidene Zuschauerinteresse von nur 15.000 Fans im knapp 83.000 Zuschauer fassenden Olympia-Stadion. Außerdem schickte Lazio-Trainer Davide Ballardini nicht seine Einser-Garnitur auf den Rasen, eine der zahlreichen Umstellungen war jene im Tor, wo Albano Bizzarri statt Fernando Muslera spielen durfte.

Das Spiel plätscherte zur Freude des ÖFB-Meisters dahin, die Römer kamen gegen das gut stehende und aus acht Spielern bestehende Bollwerk kaum zur Geltung. Die erste kleinere Chance fand Salzburgs Christoph Leitgeb (20., Bizzarri parierte) vor, in der 35. Minute hätte es bei einer Attacke von Roberto Baronio an Janko Elfmeter geben können. Auf der anderen Seite war Salzburg-Keeper Eddie Gustafsson gegen Lazio-Stürmer Julio Cruz zur Stelle (26., 40.).

Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem Salzburg-Freistoß aus aussichtsreicher Position, doch Nikola Pokrivac setzte den Ball übers Tor. Danach folgte die erste echte Drangperiode der Laziali, bei denen mit der Einwechslung von Pasquale Foggia viel Schwung ins Spiel kam. Foggia (53.), Zarate (56.) und Cruz (58.) verfehlten das lange Eck nur um Zentimeter, bei einem weiteren Zarate-Schuss war Gustafsson zur Stelle (54.).

Fehler führt zu Rückstand

Nach knapp einer Stunde war der bis dahin starke Salzburg-Schlussmann geschlagen, nach Fehler von Franz Schiemer zog Foggia aus knapp 25 Metern ab, der Ball drehte sich von Gustafsson weg ins rechte Eck (59.).

Danach leistete es sich Lazio, wieder einen Gang rauszunehmen und auf Verwalten des knappen Vorsprungs zu spielen. Salzburg lief dem Ausgleich vergeblich nach, der Schuss des eingewechselten Simon Cziommer bedeutete keine große Gefahr (72.). Wie aus dem Nichts gelang den Gästen aber der Ausgleich, nach einem völlig misslungenen Kopfball des eingewechselten Robin Nelisse war Schiemer zur Stelle und schoss aus kurzer Distanz ein (82.).

Für Schiemer war es der zweite wichtige Ausgleichstreffer innerhalb weniger Tage, vor einer Woche hatte der Verteidiger in der WM-Qualifikation in Rumänien mit seinem ersten Teamtreffer ebenfalls das 1:1 erzielt, kurioserweise ebenfalls in der 82. Minute.

Janko nutzt Schnitzer

Panisch versuchte Lazio noch einmal in die Gänge zu kommen, doch stattdessen gab es die totale Ernüchterung. Nach einem deftigen Schnitzer von Emilson Sanchez Cribari sagte Janko aus kurzer Distanz "Danke", die Sensation war perfekt. (APA)

Lazio Rom - Red Bull Salzburg 1:2 (0:0)
Rom, Stadio Olimpico, 15.000 Zuschauer, SR Said Ennjimi (FRA)

Torfolge:
1:0 (59.) Foggia
1:1 (82.) Schiemer
1:2 (93.) Janko

Lazio: Bizzarri - Lichtsteiner, Diakite, Cribari, Radu - Dabo (46. Foggia), Baronio, Meghni (70. Eliseu), Matuzalem - Zarate, Cruz (62. Mauri)

Salzburg: Gustafsson - Schwegler, Sekagya, Afolabi, Ulmer - Schiemer - Tchoyi, Leitgeb (73. Vladavic), Pokrivac (63. Cziommer), Svento (80. Nelisse) - Janko

Gelbe Karten: Cruz, Mauri, Zarate bzw. Schiemer, Schwegler