Arusha - Vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR) hat erstmals ein enger Mitarbeiter des früheren ruandesischen Präsidenten Juvenal Habyarimana seine Mitschuld am Völkermord 1994 eingeräumt. Wie ein AFP-Reporter am Donnerstag berichtete, bekannte sich Michel Bagaragaza, ein Vertrauter von Habyarimana, der Beihilfe zum Völkermord schuldig. Bagaragaza, der früher für die Tee-Produktion des Landes zuständig war, stellte demnach den Hutu-Milizen Fahrzeuge der Teefabriken für ihre Angriffe auf die Tutsi-Minderheit zur Verfügung.

Es war das erste Mal, dass ein Vertrauter von Habyarimana, dessen Ermordung den Bürgerkrieg 1994 ausgelöst hatte, vor dem ICTR seine Schuld eingestand. Bagaragaza sollte vor dem Gerichtshof auch gegen andere Angeklagte aussagen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden beim Völkermord in Ruanda binnen weniger Wochen 800.000 Menschen, überwiegend Tutsis, ermordet. (APA)