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Davide Ballardini gerät früh unter Druck.

APA-FOTO: HERBERT PFARRHOFER

Rom - Bei Lazio Rom hängt nach der überraschenden 1:2-Niederlage gegen Red Bull Salzburg zum Auftakt der Gruppenphase in der Europa League der Haussegen schief. Kritik erntete unter anderem die Clubführung für ihre Personalpolitik. "Man kann von fußballerischem Selbstmord sprechen", meinte Trainer Davide Ballardini, der seine Mannschaft an vielen Positionen umgestellt hatte. "Wir haben es nicht verdient, zu verlieren."

Tatsächlich hatten zwei katastrophale Abwehrfehler in der Schlussphase die Partie entschieden. Lazio hatte aber davor gerade einmal 15 Minuten lang seine technische Überlegenheit aufblitzen lassen. Die Strafe für das Zurückziehen nach 1:0-Führung folgte auf den Fuß. "Lazio macht sich bei den Salzburger Festspielen alles zunichte", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Selbst am Aufstieg in die K.o.-Runde wird nach dem Fehlstart gezweifelt.

"Es wird kompliziert, aber wir müssen uns qualifizieren", meinte Ballardini. "Das sind Momente des Leidens, die uns helfen werden, zu wachsen." Der Coach war von einigen Blessuren zu Umstellungen gezwungen worden, wechselte aber auch sonst kräftig durch. Unter anderem leistete sich Ersatztorhüter Bizzarri in seinem ersten Spiel für Lazio vor dem 1:1 durch Franz Schiemer einen Fehler, ehe Verteidiger Cribari in der Schlussminute Marc Janko bediente.

"Absurde Fehler, Lazio geht K.o.", titelte "Tuttosport". "Ein Schlamassel für Lazio", ergänzte die "Gazzetta" auf Seite 1 und bedachte Ballardini mit der schwachen Note 5,5. Zum besten Mann auf dem Platz wurde der eingewechselte Torschütze Pasquale Foggia (7) gekürt. Bei den Salzburgern kamen Ibrahim Sekagya, Rabiu Afolabi, Somen Tchoyi, Franz Schiemer und Robin Nelisse auf eine ansprechende 6,5, Trainer Huub Stevens auf die Note 6.

"Sie sind eine kompakte Mannschaft mit großem Kampfgeist, gegen die wir uns sehr schwergetan haben", gestand Ballardini, der sich immer mehr Kritik gefallen lassen muss. Lauter werden vor allem die Stimmen nach einer Rückkehr der beiden Stars Goran Pandev und Cristian Ledesma, die nach Wechselgelüsten aus dem Kader verbannt worden waren. Beim Mazedonier Pandev scheint die Situation besonders schwierig. Er will seine Freigabe einklagen. (APA)