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MVP Pau Gasol herzt seinen Teamkollegen Juan Carlos Navarr.

REUTERS/Ivan Milutinovic

Kattowitz - Spaniens Basketball-Herren haben sich am Sonntagabend in Kattowitz erstmals und eindrucksvoll den EM-Titel gesichert. Der regierende Weltmeister fegte in einem einseitigen und bereits zur Pause entschiedenen Finale der EuroBasket 2009 die Auswahl Serbiens 85:63 (52:29) vom Parkett. Der Erfolg war in keiner Phase gefährdet. Nach sechs vergeblichen Anläufen, zuletzt 2007, hat Spanien erstmals ein EM-Endspiel für sich entschieden.

Der Weltmeister von 2006 dominierte das Aufeinandertreffen mit seinem Vorgänger von 2002 vor 10.000 Zuschauern von Beginn an und letztlich nach Belieben. Schon in der neunten Minute lautete der Zwischenstand 24:9. Spanien war zu diesem Zeitpunkt u.a. bereits viermal bei sechs Versuchen aus der Distanz erfolgreich.

Dominanz von Anfang an

Die Trefferquote von "Downtown" sank in der Folge zwar, weil die Spanier aber am Rebound mehr als nur dominierten (24:7 bis zur Pause, 42:24 am Ende), wurde der Vorsprung dennoch ausgebaut. Kurz vor Seitenwechsel hieß es sogar 50:26. Schon zu diesem Zeitpunkt war sogar "Showtime" angesagt. Ein Alley-oop von Pau Gasol sorgte für Begeisterungsstürme.

Die spanischen Fans waren bereits zur Halbzeit im Siegestaumel. Berechtigt, wie sich herausstellen sollte: Serbien hatte in den zweiten 20 Minuten nicht den Funken einer Chance, der Partie noch eine Wende zu geben. Lediglich bei 58:44 (27.) durfte noch ein wenig Hoffnung aufkommen, ehe Spanien nach Belieben wieder einen Gang zulegte und vor dem Schlussabschnitt 67:44 voran lag. Von den Rängen hallte es da längst "Campeones, Campeones".

Für Topstar Pau Gasol, den wertvollsten Spieler des Turniers ("MVP"), stand schon in Minute 24 ein "double-double" zu Buche. Letztlich waren es 18 Punkte für den Innenspieler, der mit 11 Rebounds außerdem der "Herr der Ringe" war. Eine noch bessere Statistik verhinderte allein Coach Sergio Scariolo, der seinen Leader noch im dritten Viertel auf die Bank geholt hatte und erst viereinhalb Minuten vor Schluss für 90 Sekunden noch einmal brachte. Rudy Fernandez steuerte 13, Juan Carlos Navarro zwölf und Jungstar Ricky Rubio zehn Zähler zum Triumph bei.

Bester Scorer der Serben waren Uros Tripkovic und Novica Velickovic mit jeweils 15 Punkten. Milos Teodosic, am Vortag im Semifinale gegen Slowenien noch der Matchwinner (32), musste sich mit fünf Zählern bescheiden. Der ehemalige Traiskirchner Nemanja Bjelica kam elf Minuten zum Einsatz, blieb aber punktelos. Zur Erinnerung: In der EM-Vorrunde hatte sich der nunmehrige Welt- und Europameister den Serben noch 57:66 geschlagen geben müssen. Die "Revanche" am Sonntagabend fiel mehr als nur eindeutig aus.

Bronze für Griechenland

Griechenland holte sich dann am Sonntagabend die Bronzemedaille. Der zweifache Europameister besiegte in einem "low score"-game im "kleinen Finale" in Kattowitz die Auswahl Sloweniens 57:56 (31:24). Beide Teams waren zum dritten Mal seit Freitag auf dem Parkett.

Ein unglücklicher EM-Fünfter ist letztlich Frankreich gewesen. "Les Bleus" schraubten ihre Bilanz bei der EuroBasket 2009 mit einem 69:62 (34:24) gegen Kroatien im Platzierungsspiel auf 8:1-Siege, hatten ihre einzige Partie in Polen jedoch ausgerechnet im Viertelfinale (66:86 gegen Spanien) verloren, weshalb sie ohne Medaille blieben.

In der Platzierungsrunde besiegte Frankreich die Türkei 80:68 (32:43), Kroatien bezwang den noch regierenden Europameister Russland 76:69 (33:41). Franzosen und Kroaten spielen damit um Platz fünf und haben ebenso wie die ersten vier Teams der EM die Tickets für die Weltmeisterschaft 2010 in der Tasche. WM-Gastgeber Türkei - gegen Russland um den bedeutungslosen siebenten Rang - ist automatisch qualifiziert. (APA)

Ergebnisse von der Finalrunde der Basketball-EM der Herren in Polen:

Finale:
Spanien - Serbien 85:63 (52:29)
Beste Werfer: Pau Gasol 18, Rudy Fernandez 13 bzw. Uros Tripkovic 15, Novica Velickovic 15

Halbfinale:
Spanien - Griechenland 82:64 (49:40)
Serbien - Slowenien 96:92 n.V. (79:79,35:45)

Platzierungsrunde um die Ränge drei bis acht:

Griechenland - Slowenien 57:56 (31:24)
Frankreich - Türkei 80:68 (32:43)
Russland - Kroatien 69:76 (41:33)