Hamburg - Im Streit um das iranische Atomprogramm hat die Führung in Teheran Deutschland zu mehr "Pragmatismus" aufgefordert. Neue Sanktionen würden nichts bringen, sagte der neue Chef des iranischen Atomprogramms, Ali Akbar Salehi, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Es ist unser gutes Recht, Uran zu zivilen Zwecken niedrig anzureichern. Dieses Recht werden wir auch nicht aufgeben, keine iranische Regierung wird das tun, unter keinen Umständen."

"Unkluge Europäer"

Mit Blick auf das Drängen Deutschlands und anderer EU-Staaten auf neue Sanktionen, sagte der Generaldirektor der iranischen Atomenergieorganisation: "Wir wundern uns, wie unklug die Europäer sind, wie wenig sie unseren Standpunkt verstehen." Auf lange Sicht brauche Europa den Iran mehr als umgekehrt. "Wir können unseren europäischen Partnern und auch unseren deutschen Freunden nur raten: Bitte seid realistisch, zeigt mehr Pragmatismus."

Der Iran betreibt ein Atomprogramm, das nach Angaben aus Teheran ausschließlich der zivilen Nutzung dient. Der Westen fürchtet aber, dass das Land unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung an Atomwaffen arbeitet. Anfang Oktober soll es neue Atom-Verhandlungen der fünf Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands mit dem Iran geben. (APA)