Wien - Der Stichtag beim neuen Kindergeld wird von 1. November auf 1. Oktober vorgezogen. Das bedeutet, dass die neuen Varianten des Kindergeldes für alle Kinder, die ab dem 1. Oktober oder später geboren werden, beantragt werden können. Darauf haben sich Familien-Staatssekretärin Christine Marek und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek geeinigt. Beschlossen wird das neue Kindergeld mit dieser Änderung im Vergleich zu den Vereinbarungen der Regierungsklausur letzter Woche im Ministerrat am Dienstag.

Wie Marek erläuterte, bleibt es aber dabei, dass ein Antrag für die neuen Varianten des Kindergeldes erst ab 1. Jänner gestellt werden kann. Es gilt aber dann rückwirkend für alle Geburten ab dem 1. Oktober und nicht wie ursprünglich geplant erst ab 1. November. Die Staatssekretärin begründete diese Änderung mit den Wünschen vieler werdender Eltern, die in zahlreichen E-Mails an sie herangetragen worden seien.

Diese Änderung des Stichtages gilt für die beiden neuen Varianten der Pauschale von 1.000 Euro monatlich für zwölf Monate (plus zwei Monate für die/den Partner/in) sowie für das einkommensabhängige Kindergeld mit 80 Prozent des Letztbezuges für zwölf plus zwei Monate - mindestens 1.000 und maximal 2.000 Euro monatlich.

Lücke oder kürzere Variante

Marek macht aber auch darauf aufmerksam, dass Eltern für im Oktober geborene Kinder für maximal vier Wochen keine Geldleistung bekommen könnten, wenn sie sich für eine dieser neuen Varianten entscheiden. Der Grund dafür liegt darin, dass das Wochengeld für reguläre Geburten nur acht Wochen lang bezogen werden kann und deshalb dann im Dezember eine kleine Lücke entstehen könnte.

Im Falle von Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder Kaiserschnitt ist hingegen ein Bezug des Wochengeldes für 12 Wochen vorgesehen. Die Staatssekretärin betont aber, dass es bei der möglichen Lücke nur um die Geldleistung gehe und nicht um die Versicherung, die Betroffenen können sich für diese Zeit bei ihrer/m Partner/in mitversichern lassen. Die Familien müssten sich jedenfalls selbst entscheiden, ob sie die möglichen Lücke beim Bezug in Kauf nehmen und dafür dann eine der beiden neuen kürzeren Varianten mit mehr Geld in Anspruch nehmen.

Entscheidungen unveränderlich

Die drei anderen Modelle mit 436 Euro für 30 plus sechs Monate, mit 624 Euro für 20 plus vier Monate oder mit 800 Euro monatlich für 15 plus drei Monate bleiben unverändert. Eine einmal getroffene Entscheidung für eine Variante ist jedenfalls später nicht mehr rückgängig zu machen. Ein Umstieg von einer Variante auf eine andere würde einen zu großen administrativen Aufwand bedeuten, argumentierte Marek.

Wie viele Personen tatsächlich von der Vorverlegung des Stichtages profitieren werden, lässt sich nicht genau vorhersagen. Pro Monat kommen jedenfalls in Österreich im Schnitt knapp 6.000 Babys zur Welt, im Juni waren es zuletzt 6.604. (APA)