Nairobi/Khartum - Die sudanesischen Streitkräfte haben im Kampf gegen die Rebellen in Nord-Darfur nach eigenen Angaben weitere Erfolge erzielt. Mehrere Gebiete seien zurückerobert worden, erklärten die Streitkräfte in der Nacht auf Montag laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur. Ziel des jüngsten Vorstoßes sei vor allem die Sudanesische Befreiungsbewegung Abdulwahid Elnur gewesen, die größte Rebellengruppe des Landes. Berichte über Tote lagen zunächst nicht vor. Die Aufständischen wiesen die Angaben der Regierung zurück. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit Beginn der Kämpfe in der Region 2003 mindestens 300.000 Menschen getötet und rund 2,7 Millionen Menschen zu Flüchtlingen.

Nach Monaten relativer Ruhe in der westsudanesischen Krisenregion Darfur sind in den vergangenen Tagen bei Angriffen von Regierungstruppen auf Rebellenstellungen mindestens 18 Menschen getötet worden. Die Zeitung "Sudan Tribune" berichtete am Montag in ihrer Onlineausgabe, die Regierung habe Luftangriffe gegen die Sudanesische Befreiungsbewegung (SLM) in der Bergregion Jebel Marra im Norden Darfurs geflogen.

Ein Sprecher des Verbands der Darfur-Flüchtlinge sagte, bei den Angriffen auf zehn Dörfer seien 18 Zivilisten getötet worden. Ob auch Rebellen getötet wurden, blieb unklar. Der ehemalige Kommandant der UN-Truppen im Sudan, General Martin Luther Agwai, hatte Ende August gesagt, er halte den eigentlichen Krieg in Darfur für beendet.

Seit Beginn des Konflikts zwischen arabischstämmigen und schwarzafrikanischen Gruppen in Darfur im Jahr 2003 sind nach UN- Schätzungen mindestens 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Rund 2,4 Millionen Darfuris leben weiterhin in Flüchtlingslagern. (APA)