Mit Trude Mally ist 2009 die letzte der "Letzten Dudlerinnen" für immer abgetreten. Noch vor zehn Jahren wäre dies mit dem Abschied von einem aussterbenden Genre gleichzusetzen gewesen. Doch zahlreich sind die jungen Musiker und Musikerinnen, die sich der Wiener Musik angenähert haben. Woran das Wean hean-Festival keinen geringen Anteil hat: Dem Team um Susanne Schedtler, Leiterin des Wiener Volksliedwerks, gelingt seit 2000 der Spagat zwischen respektvoller Pflege und unpuristischer Neudeutung. Anlässlich der zehnten "Wean hean" -Ausgabe tun Letzteres etwa Oskar Aichinger, Hannes Löschel, Christian Mühlbacher und Max Nagl bei "Wean Jazz" : Gleich zu Beginn (25. 9., Porgy & Bess) zelebrieren sie etwas andere Wienerlied-Exegesen, um das Resultat zum Festival-Abschluss (22. 10.) auf CD zu präsentieren.

Dazwischen wird zur Städtebegegnung Wien - Linz geladen, an der neben Karl Hodina und Roland Neuwirth die Punk-Folker von Attwenger mitwirken (13. 10., WUK). Eine Hommage an Trude Mally (u. a. mit Agnes Palmisano, Rudi Koschelu) fehlt nicht (19. 10., Bockkeller). Zur Festivaleröffnung wird heute, Dienstag (19 Uhr), ins Technische Museum geladen: Die Neuen Wiener Concert-Schrammeln, das Kollegium Kalksburg, der aparte Damen-Vierer Netnakisum widmen sich dem Motto "elektrisch muass wean". (felb, DER STANDARD/Printausgabe, 22.09.2009)