Ankara - In der Türkei soll ein staatliches Theater erstmals ein Stück in kurdischer Sprache aufführen. Das Stück mit dem Titel "Lebendiger Tod" handle von sogenannten Ehrenmorden an Frauen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anatolien am Montag. Die Aufführung sei für den 1. Oktober in Diyarbakir geplant, der größten Stadt der Kurdengebiete im Südosten des Landes.

Die Regierung von Ministerpräsident Tayyip Erdogan hat den Kurden mehr politische und kulturelle Rechte versprochen, um den Forderungen der Minderheit entgegenzukommen und den seit einem Vierteljahrhundert andauernden Konflikt mit der militanten Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) zu beenden. Zudem verlangt die Europäische Union als Teil ihrer Beitrittsverhandlungen mit der Türkei Verbesserungen Fortschritte bei den Minderheitenrechten.

Zu Jahresbeginn startete die staatliche Rundfunkanstalt TRT ein kurdischsprachiges Programm. Zu den Lockerungen gehört auch, dass in staatlichen Moscheen auf Kurdisch gepredigt werden darf. Bis 1991 war die kurdische Sprache in der Türkei generell verboten; Beschränkungen für ihren öffentlichen Gebrauch gibt es bis heute. Rund 17 Prozent der 71 Millionen Einwohner der Türkei sind Kurden. Im Konflikt zwischen Staat und PKK starben seit 1984 mehr als 40.000 Menschen. (APA/Reuters)