Tel Aviv - Israel bemüht sich, einen Boykott der Rede des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad vor der UN-Generalversammlung zu organisieren. Israel habe sich in den vergangenen Tagen an die Außenministerien mehrerer Länder mit der Bitte gewandt, dass deren höchste Vertreter die Tagungshalle während der Rede Ahmadinejads am kommenden Donnerstag in New York verlassen, sagte die israelische UN-Botschafterin Gabriela Shalev am Dienstag dem israelischen Rundfunk. Danach werden Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, Außenminister Avigdor Lieberman und Verteidigungsminister Ehud Barak auf alle Fälle den Raum verlassen.

Ahmadinejad hatte mit seiner jüngsten Äußerung, der Holocaust sei "eine falsche Behauptung, ein Märchen, das als Vorwand für Verbrechen gegen die Menschheit benutzt wird", für große Empörung in Israel und weltweit gesorgt.

Israels Ministerpräsident Netanyahu will nach Angaben hochrangiger Mitarbeiter am Donnerstag "eine dramatische Rede" halten und sich dabei auf den Iran konzentrieren. Netanyahu will seit Amtsantritt Ende März die Welt davon überzeugen, dass ein Stopp des iranischen Atomprogramms höhere Priorität habe als die Nahost-Friedensverhandlungen mit den Palästinensern. Netanyahu lehnt unter anderem einen umfassenden Baustopp in jüdischen Siedlungen ab, wie er von der US-Regierung, der Europäischen Union, den Palästinensern und dem Nahost-Friedensplan von 2003 gefordert wird. (APA)