Genf - Die USA haben das Vorgehen der iranischen Regierung gegen die Opposition scharf kritisiert. Die US-Regierung sei weiter tief besorgt über den Umgang Teherans mit den Protesten nach der Präsidentenwahl, sagte der US-Diplomat Douglas Griffiths am Dienstag vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Es war die erste Rede eines amerikanischen Vertreters vor dem Gremium seit dem Beitritt der USA im Juni.

Der Iran habe die Versammlungs- und Meinungsfreiheit verletzt, was zum Tod zahlreicher Demonstranten geführt habe, sagte Griffiths. Er rief Teheran auf, die Menschenrechte und die Grundrechte zu achten und zu schützen. Bei den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad im Juni wurden nach Angaben der iranischen Opposition mindestens 72 Demonstranten getötet. Die Regierung sprach von 36 Toten.

Griffiths übte auch Kritik an Menschenrechtsverletzungen in Russland und China. Die USA sind seit Mitte Juni Mitglied des UN-Menschenrechtsrats. Zuvor hatte Washington das Gremium, das im Juni 2006 die umstrittene UN-Menschenrechtskommission ablöste, drei Jahre lang ignoriert. Die frühere US-Regierung von Präsident George W. Bush warf dem Rat wie schon zuvor der Kommission Voreingenommenheit insbesondere gegen Israel vor. Dem Menschenrechtsrat gehören 47 Staaten an. (APA/AP)