Wien  - Die Reform des Kinderbetreuungsgeldes ist am Dienstag auf Kritik der Opposition gestoßen. Die FPÖ ortete ein "Fehlkonstrukt", die Grünen eine weitere Ungleichbehandlung von Alleinerziehenden und Paaren und das BZÖ mehr Bürokratie. Durchwegs positiv und vielstimmig war dagegen das Echo aus den Regierungsfraktionen.

FPÖ: "Kein Grund für Jubelmeldungen"

FPÖ-Frauensprecherin Carmen Gartelgruber sah in einer Aussendung keinen Grund für Jubelmeldungen. Wenn von Wahlfreiheit die Rede sei, sollte es Frauen auch wirklich ermöglicht werden, die ersten drei Jahre bei ihren Kindern zu Hause zu bleiben. BZÖ-Familiensprecherin Ursula Haubner kritisierte, dass durch die Kürzung des Zuschusses die Ärmsten draufzahlen würden. Auch Daniela Musiol, Familiensprecherin der Grünen, stieß sich an der Kürzung der Bezugsdauer der nunmehrigen Beihilfe auf ein Jahr.

Erleichtertes "Ja" zum Kind

Familienstaatssekretärin Christine Marek (V), sprach dagegen von einem "familienpolitischen Meilenstein". Für gut qualifizierte und besserverdienende Frauen biete die einkommenabhängige Variante einen Anreiz, um leichter "Ja" zu Kindern zu sagen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Verhandlerin auf SPÖ-Seite, freute sich, dass armutsgefährdete Alleinerzieherinnen das Kindergeld künftig zwei Monate länger beziehen können. Zusätzlich verlangte sie mehr Betreuungsplätze für Unter-3-Jährige.

Auf SPÖ-Seite meldeten sich auch Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz ("großer Verhandlungserfolg") und Familiensprecherin Gabriele Binder-Maier ("großer Schritt in die richtige Richtung") zu Wort. Bei der ÖVP freuten sich Familiensprecherin Ridi Steibl ("Familienpartei Nummer Eins"), Frauenchefin Maria Rauch-Kallat ("Schritt in Richtung echter Wahlfreiheit für Frauen") und ÖAAB-Generalsekretärin Beatrix Karl ("großer Schritt in Richtung Vereinbarkeit von Familie und Beruf"). (APA)