Joe - der kleinste von den "Dalton"-Brüdern - ist in Haft gab der stv. Leiter des Wiener Landeskriminalamtes Michael Mimra bekannt

Wien - Die Wiener Polizei hat ein Mitglied der gesuchten "Daltons"-Bankräuber-Bande verhaftet. Die nach den "Lucky Luke"-Gaunern benannte Bankräuber-Bande treibt seit zwei Jahren ihr Unwesen in Österreich. Joe - der kleinste von den "Dalton"-Brüdern - ist nun in Haft.

Der 38-Jährige wurde unmittelbar nach einer Behandlung im Wiener AKH widerstandslos verhaftet, teilte Oberstleutnant Robert Klug mit.  Auf umfangreiche Ermittlungen folgte die gerichtliche Anordnung zur Festnahme, teilte Oberstleutnant Robert Klug mit. Zu acht Überfällen in Wien und einem in Wels in Oberösterreich zeigte sich der dreifache Familienvater geständig. Laut Polizei haben die "Daltons" ihren nächsten Coup für Oktober oder November geplant.

Auffällige Verkleidung

Ihren Spitznamen verdanken die 1,65 bis 1,85 Meter großen Serientäter vor allem ihrem markanten Aussehen: Das Trio erinnerte wegen der aufsteigenden Körpergröße an die Comic-Bösewichte und maskierte sich stets auffällig mit falschen Bärten oder Schlapphüten. Der nun verhaftete 38-Jährige bestritt mit der Beute seinen Lebenswandel und beglich Schulden.

Maskierungs-Utensilien sichergestellt

Auf die Spur von "Joe" kam die Polizei durch zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung, für die nun die ausgelobte Belohnung von 11.000 Euro aufgeteilt werden soll. Zeitgleich zu seiner Festnahme wurden mehrere Hausdurchsuchungen und Wohnungsöffnungen durchgeführt, dabei wurde belastendes Material gefunden. Die Polizei konnte unter anderem eine Pistole sowie Maskierungs-Utensilien sicherstellen. Die Räuberbande wurde auch über die TV-Sendung "Aktenzeichen XY" gesucht, eine Belohnung von 11.000 Euro für Hinweise wurde ausgelobt.

Banken observiert

"Der Verdächtige gibt zu, dass die Banken zwei bis drei Tage vorher zu verschiedenen Zeiten observiert wurden", so Klug über die Vorgehensweise der "Daltons". Dabei habe man sich auf die Öffnungszeiten konzentriert und beobachtet, wer beim Auf- und Zusperren ein- und ausgehe. Genau auf diese Zeitpunkte fielen die Überfälle.

Männer wussten wenig voneinander

"Wir haben auch Hinweise zu den Mittätern, die uns aber noch unbekannt sind", so Klug. "Die Anhaltspunkte sind relativ vage." Der Kopf der Bande, der die Geldinstitute auswählte, ist demnach noch flüchtig. Der 38-Jährige lernte diesen Mann nach seiner Haft in Italien kennen. "Dieser Drahtzieher hat auch immer einen Mittäter mitgebracht", erklärte Klug. Es handle sich bei allen drei Männern um professionelle Täter, die bewusst nicht viel voneinander wussten, um bei Festnahmen nichts übereinander preisgeben zu können. Nach Aufteilung der Beute reiste der Bandenführer offenbar sofort ins Ausland. Die beiden Verdächtigen seien vermutlich bereits "sehr weit weg", betonte Klug.(APA)