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Raffinerie in Teheran: Iran ist auf Treibstofflieferungen aus dem Ausland angewiesen.

Foto: AP/Vahid Salemi

London - China versorgt den Iran nach einem Zeitungsbericht massenhaft mit Benzin und bremst damit die Bemühungen der USA aus, im Atomstreit wirtschaftlichen Druck auf den Iran aufzubauen. Die Lieferungen chinesischer Staatsunternehmen hätten in diesem Monat begonnen und umfassten mittlerweile ein Drittel der gesamten Benzinimporte des Irans, wie die in London erscheinende Zeitung "Financial Times" am Mittwoch unter Berufung auf informierte Händler und Banker berichtete. Die Benzinlieferungen zeigten, wie schwierig es sei, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran wegen dessen umstrittenen Atomprogramms zu erhöhen.

Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr aus Ölhändlerkreisen, dass die staatliche Firma Zhuhai Zhenrong Corp seit zumindest einem Jahr ein bis zwei Tankschiffe pro Monat verschifft. Irans größter Erdölkunde war einer der ersten Käufer, die die Lieferungen in Euro statt in Dollar abrechnen.

Nachdem internationale Erdölunternehmen wie BP ihre Lieferungen in den Iran eingestellt hätten, sei diese Lücke durch China wieder gefüllt worden. Wie die "Financial Times" weiter berichtet, verkauften die staatlichen chinesischen Unternehmen das Benzin über Zwischenhändler an den Iran. Ein Experte von JP Morgan schätzte die tägliche Einfuhr auf bis zu 40.000 Barrel. Die Lieferungen sind legal, weil Treibstoff bisher nicht unter die gegen den Iran verhängten Sanktionen fällt.  (red/APA)