Wien - Für die heimischen Milchbauern zeichnet sich eine leichte Verbesserung der Lage ab. Wie die Berglandmilch bestätigte, erhöht die größte Molkerei Österreichs mit 1. Oktober den Auszahlungspreis um 1,35 Cent auf 30,52 Cent brutto je Kilogramm Milch. Netto entspricht das einem Milchpreis von 27,55 Cent. Dieser Milchpreis gelte auch für die kürzlich erworbene Landfrisch Molkerei. Die Berglandmilch verarbeitet ein Drittel der in Österreich angelieferten Milchmenge.

Die Tageszeitung "Neues Volksblatt" berichtet in ihrer heutigen Ausgabe (Mittwoch) zudem, dass auch die Gmundner Milch den Erzeugermilchpreis um 1 bis 2 Cent je Kilogramm anheben wolle. Die Gremien würden dazu morgen, Donnerstag, entscheiden.

Bei der NÖM, Österreichs zweitgrößter Molkerei, ist man nach Auskunft einer Sprecherin "in Verhandlungen", ob der Bauernmilchpreis demnächst ebenfalls angehoben wird.

"Silberstreif am Horizont"

Die Berglandmilch begründet den Preisschritt mit einem "Silberstreif am Horizont". Die Ergebnislage des Milchverarbeiters habe eine Milchpreiserhöhung ermöglicht, sagte ein Bergland-Sprecher zur APA. International ziehen die Märkte wieder an. Mit den jüngsten Protesten der Milchbauern in ganz Europa habe die Anhebung der Auszahlungspreise aber nichts zu tun, wurde betont. Dazu seien die Milchmengen, die in den vergangenen Tagen nicht an die Molkereien geliefert wurden, viel zu gering gewesen.

Die IG Milch, eine Vereinigung von etwa 4.000 Milchbauern, sieht die angekündigten Preiserhöhungen im Gegensatz zu den Molkereien als unmittelbare Folge der Protestaktionen. Durch den Lieferboykott in zahlreichen EU-Ländern seien Überschussmengen aus dem Markt genommen worden, die eine unmittelbare Reaktion auf dem Markt hervorgerufen hätten, so IG Milch-Obmann Ewald Grünzweil.

Während man bei den Molkereien von einer Milchmenge von unter 1 Prozent spricht, die durch die Proteste nicht an die Verarbeiter abgeliefert wurde, schätzen die streikenden Milchbauern die Menge auf 20 bis 25 Prozent. (APA)