Rom - Prinz Vittorio Emanuele von Savoyen, der Sohn des letzten italienischen Königs Umberto II., muss vor Gericht. Der 72-Jährige, der 2006 im Zuge einer Untersuchung wegen Korruption und Förderung von Prostitution verhaftet worden war, muss sich wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verantworten, die Beamte bestochen hat. Das entschied ein Untersuchungsrichter in der süditalienischen Stadt Potenza. Der Prozess beginnt am 21. Dezember 2009, wie italienische Medien am Donnerstag berichteten.

Der Königssohn war 2006 wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verhaftet worden. Ihm wurde vorgeworfen, Prostituierte angeworben und zu Kunden im Spielcasino der italienischen Enklave Campione d'Italia in der Schweiz geschickt zu haben. Zudem wurde ihm Bestechung im Zusammenhang mit der Zulassung von Spielautomaten zur Last gelegt. Die Ermittlungen richteten sich gegen insgesamt 13 Personen, darunter mehrere Prominente.

Vittorio Emanuele von Savoyen und seine Familie waren 2002 nach mehr als einem halben Jahrhundert im Exil nach Italien zurückgekehrt. Die männlichen Nachkommen von König Umberto II. waren zur Strafe für die königliche Unterstützung der Faschisten 1946 ins Exil verbannt worden. Das Parlament hob das Einreiseverbot erst im Juli 2002 auf. Vittorio Emanuele und sein Sohn Emanuele Filiberto, die die meiste Zeit ihres Exils in der Schweiz verbrachten, haben auf den Thronanspruch verzichtet. (APA)