Munter rangeln Mobilfunker und TV-Sender um Frequenzen, die mit dem Ende des analogen Fernsehens frei werden. Beliebte Waffe in dem Streit: Studien. Die ORF-Sendertochter ORS ließ ihre Position von Ernst-Olav Ruhle, Wirtschaftswissenschafter, früher bei Telekom und 3, nun Leiter einer juristisch-wirtschaftlichen Beratungsfirma untermauern.

Der Gutachter erwartet "Kosten in beträchtlicher Höhe", wenn die Mobilfunker zum Zug kommen. Ruhle schreibt von 150 Millionen Euro. Breitbandanwendungen auf diesen Frequenzen würden digitalen Fernsehempfang über Antenne stören. Die Haushalte brauchten neue Decoderboxen und eingebauten Empfänger, um das zu vermeiden (Für HDTV über Antenne braucht man auch neue Empfänger). Mobilfunker auf den Frequenzen störten auch Hörgeräte, Funkmikros, Kabel-TV.

Ruhle schreibt: "Für den Rundfunk sind Frequenzen für ein ausreichendes Angebot von Rundfunksendern in HDTV-Qualität erforderlich." Ohne "würde das terrestrische Rundfunkangebot nicht wettbewerbsfähig bleiben". Rundfunk sei "daher auf das Frequenzspektrum der digitalen Dividende angewiesen." Höhere Wertschöpfung und mehr Arbeitsplätze, wenn die Frequenzen an die Mobilfunker gehen, sieht Ruhle "nicht so nachhaltig belegt". (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 25.9.2009)