Wien - Bei der AUA wird der Personalabbau zügiger als bis jetzt angekündigt fortgesetzt werden. Wie der Standard bereits berichtete, könnten 2000 Mitarbeiter abgebaut werden, der AUA-Vorstand sprach bisher von 1000. Am Freitag erhöhte die AUA-Führung auf rund 1500, sodass in Summe, nach derzeitigem Stand, 6000 Mitarbeiter übrigbleiben sollen.

Ob das nun tatsächlich das Ende des Sparkurses sei, wollte AUA-Vorstand Peter Malanik nicht sagen. "Das Ende der Fahnenstange ist dort, wo wir ein profitables Unternehmen geworden sind. Wir können den Markt nicht ändern, wir können nur die Kosten ändern." Bei der AUA sind aktuell bereits 2600 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Beim Bodenpersonal läuft diese Ende September aus und wird nicht verlängert.

Betroffen vom Abbau sind vor allem Beschäftigte in der Verwaltung und die Technik. Bei der AUA soll nur mehr die tägliche Technik und Wartung bleiben, alle größeren Checks werden im Konzernverbund erledigt. Da es weltweit einen Mangel an gut ausgebildeten Flugzeugtechnikern gibt, wird man den betroffenen Mitarbeitern "Ersatzstellen" bei der Lufthansa-Technik auf den Philippinen und auf Malta anbieten. Durch die Ausmusterung der 50-sitzigen Maschinen wird die Zahl der Flieger bei der AUA von aktuell 91 auf 84 sinken. In der AUA-Technik arbeiten derzeit 1300 Mitarbeiter, davon dürften 300 bis 350 wegfallen.

Ausflottung

Betriebsratschef Alfred Junghans verwies darauf, dass mit der "Ausflottung" der Regionalflieger in der Technik zuerst einmal mehr Arbeit anfalle. Denn Flugzeuge, die verkauft werden, müssten davor nach internationalen Normen grundlegend gecheckt werden. Dafür fielen sogar Überstunden an. Durch die Flottenstraffung würden in der Technik somit erst im dritten und vierten Quartal 2010 Arbeitsplätze wegfallen.

Intern wird darauf verwiesen, dass die Lufthansa keine Vorgaben über die Art der Einsparungen macht. Sie gebe bloß die Ziele vor, die tunlichst zu erreichen sind. Die nächsten Schritte: 2010 ist die Vorgabe, cash positiv zu sein, 2011 wird ein positives Betriebsergebnis (Ebit) erwartet.

Parallel dazu wurden Lieferanten (außer der OMV) angeschrieben und darauf hingewiesen, dass sie ihre Kosten deutlich reduzieren müssten, um weiterhin Zulieferer zu bleiben. Davon wird ein niedriger zweistelliger Millionen-Euro-Betrag erwartet. Für den Treibstoffeinkauf ist ab sofort die Lufthansa selbst zuständig.

Die AUA hat heuer bereits mehrere Sparpakete geschnürt. Einem kurzfristigen Notprogramm über 225 Mio. Euro folgten Gehaltsverzichte und Stellenkürzungen, die 150 Mio. Euro in den kommenden fünf Jahren bringen sollen. Immer wieder wurde betont, dass die Sparmaßnahmen "kontinuierlich nachjustiert werden" . (cr, APA, DER STANDARD, Printausgabe, 26./27.9.2009)