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Für einige Aufregung sorgten in den letzten Tagen die Aussagen von IBMs Open Source-Chef Bob Sutor, der keinerlei Chancen für Linux im klassischen Desktop-Bereich sieht - der WebStandard berichtete. Gegen Microsofts Geld und Know-How könne man schlicht nicht ankommen, die wahre Zukunft der Linux-Desktops sieht er dementsprechend in Nischenbereichen und neuen Märkten, so die Argumentation.

Widerspruch

Eine Einschätzung der nun mit Mark Shuttleworth eine der bekanntesten Akteure in der Open-Source-Arena vehement widerspricht: "Wir sollten den Desktop-Bereich auf keinen Fall aufgeben", so der Ubuntu-Gründer in einer Keynote auf der LinuxCon in Portland, nur um später hinzuzufügen: "Das ist eines der aufregendsten Jahre für den Linux-Desktop".

Probleme

Vor allem Moblin und Android würden derzeit massives Interesse an Linux erzeugen, zeigt sich der südafrikanische Milliardär überzeugt, auch ChromeOS sei ein weiterer Beleg für diesen Trend. Allerdings gesteht Shuttleworth auch ein, dass es derzeit noch einiges zu tun gäbe, vor allem was die User Experience betrifft. Ein Bereich dem man sich bei Ubuntu in den letzten Monaten verstärkt gewidmet hat. Dazu sei es esentiell EntwicklerInnen und User-Interface-DesignerInnen zusammenzubringen, denn "wenn wir es nicht schaffen, Design im freien Softwarebereich 'cool' zu machen, werden wir nie an die Spitze gelangen"

Abgleich

Als ein weiteres Problemgebiet sieht Shuttleworth die mangelnde Koordination zwischen den unterschiedlichen Distributionen und Projekten. Wenn alle Distros sich auf einen gemeinsamen Release-Zyklus einlassen würden, könnte dadurch auch der Wartungsaufwand für die diversen Upstream-Projekte erheblich reduziert werden, da sie nicht x-verschiedene Softwareversionen supporten müssten. (apo, derStandard.at, 25.09.2009)