Potsdam - Ein neuer Biomarker kann Aufschluss geben über das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das ins Blut abgegebene Leberprotein Fetuin-A beeinflusst direkt das Herzinfarktrisiko, wie die Auswertung genetischer Daten von rund 2.500 Erwachsenen zeigt. Damit könnte der Fetuin-A-Spiegel im Blut sogar einen Ansatzpunkt für Therapien bilden.

Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) hatten schon vorher gezeigt, dass der Fetuin-A-Spiegel das Herzinfarktrisiko vorhersagen kann. Nun prüften sie, ob das Protein nur auf einen drohenden Herzinfarkt hinweist oder das Risiko ursächlich mit beeinflusst. Dazu werteten sie die Erbanlagen von rund 2.500 Menschen aus. Während der Beobachtungszeit von durchschnittlich acht Jahren erlitten 214 Teilnehmer erstmals einen Herzinfarkt.

Kausaler Zusammenhang

Fünf natürliche Varianten des Fetuin-A-Gens beeinflussten die Konzentration des Proteins im Blut und das Infarktrisiko. Bei einer Genform steigerte laut DIfE jede Kopie dieser Variante das Risiko um 34 Prozent.

"Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Fetuin-A-Gen, der Fetuin-A-Menge im Blut und dem Risiko für einen Herzinfarkt besteht", sagt Studienleiterin Cornelia Weikert. "Ein erhöhter Fetuin-A-Spiegel könnte daher ähnlich wie ein zu hoher Cholesterinspiegel das Herzinfarktrisiko direkt steigern. Damit wäre es auch denkbar, das Herzinfarktrisiko zu senken, indem man die Fetuin-A-Werte im Blut vermindert." (APA)