Vor der Wahl des US-Präsidenten wurde die Schauspielerin Amber Lee Ettinger als Obama-Girl mit ihrem Lied "Crush on Obama" zum YouTube-Star. Vor der Deutschland-Wahl wollte es ihr nun eine angebliche Jura-Studentin gleich machen und bekundet ihre Zuneigung zum SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier. In Deutschland kamen jedoch schnell Zweifel an den Absichten des "Steini-Girls" auf.

Steinmeier-Unterstützerin?

Im Interview mit Spiegel bekräftigt die 22-Jährige, dass es ihr schon darum gehe Steinmeier zu unterstützen. Sein Programm entspreche auch ihren Vorstellungen und mit dem Video wollte sie einen nicht ganz ernst gemeinten Beitrag zum sonst eher langweiligen Wahlkampf leisten. Und so trällert sie Zeilen wie "weißes Haar und Silberblick, da machte es bei mir gleich Klick."

PR-Aktion

Die professionelle Produktion hat User und Medien jedoch misstrauisch gemacht und SPD selbst und CDU waren in Verdacht geraten, das Video in Umlauf gebracht zu haben. Die Sueddeutsche weiß, wer tatsächlich dahinter steckt. Der Spot sei für das Videoportal Sevenload produziert worden um Werbung für das Wahlkampf-Magazin "Wahlzeit" zu machen. Laut der Produktionsfirma "27 Kilometer Entertainment" sei die Studentin selbst an sie herangetreten. Der Spot sei nicht als Veralberung der SPD gedacht. Mittlerweile hat die junge Frau jedoch eingestanden, dass sie es auch auf ein paar lukrative Jobs abgesehen habe.

Auswirkungen

Laut dem Bericht könnte die PR-Aktion durchaus Folgen für den Wahlkampf haben. YouTube-User hätten angenommen, dass es sich dabei um ein offizielles Video der SPD handle und es als "Blamage für Steinmeier" abgestraft. In der Partei fürchte man, dass das aufreizende "Steini-Girl" ältere Wechselwähler vergraulen könnte. (red)