Salzburg - Auch wenn sinkende Preise an Salzburgs Zapfsäulen längst Geschichte sind, so hat die Eröffnung von Diskont-Tankstellen bei drei Hofer-Filialen doch den Markt nachhaltig belebt: War Salzburg davor noch das drittteuerste von allen österreichischen Bundesländern, ist es seit dem Markteintritt des Diskonters konstant das zweitbilligste Bundesland in Bezug auf die Treibstoffpreise. Das geht aus einem Bericht der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hervor, die die Entwicklung der Treibstoffpreise in Salzburg von August 2004 bis Juli 2009 unter kartellrechtlichen und -ökonomischen Gesichtspunkten untersucht hat.

Als heuer am 29. Juni Markus Friesacher, ehemaliger Formel-3000-Rennfahrer und Geschäftsführer der Free Energy (FE) Trading GmbH, bei drei Hofer-Filialen Diskont-Tankstellen eröffnete, rasselten innerhalb weniger Stunden im Großraum der Mozartstadt die Spritpreise in den Keller: Der Liter Diesel etwa war ab 52 Cent zu haben. Vor den Zapfsäulen bildeten sich lange Staus, der Verkehr kam zum Erliegen, einzelne Tankstellen wurden regelrecht ausverkauft. Doch die - den Preis betreffend - paradiesischen Zustände dauerten nur zwei Tage an, dann stabilisierten sich die Preise wieder, sie "kehrten jedoch nicht auf das ursprünglich überdurchschnittliche Preisniveau zurück", wie die BWB in ihrem heute, Freitag, veröffentlichten Bericht feststellt.

Günstiger als bei den Nachbarn

Auch eine aktuelle Analyse des ÖAMTC zeigt, dass die Treibstoffpreise in Salzburg seit dem Markteintritt des Diskonters günstiger sind als in den Nachbar-Ländern Oberösterreich und Tirol. Besonders im näheren Umfeld der drei Diskonter sei Kraftstoff billiger als im Rest des Bundeslandes, günstiger sogar als vielerorts in Westösterreich, so der ÖAMTC.

Unter den Gründen für die überdurchschnittlichen Spritpreise in Salzburg vor der Eröffnung der Diskont-Tankstellen orten die Wettbewerbshüter vor allem die Marktkonzentration. "Die vier größten Unternehmen verfügen über einen Marktanteil von 80 Prozent", sagte BWB-Sprecher Stefan Keznickl zur APA. "Das ist ein starker Hinweis für eine Marktbeherrschung." Als weitere Gründe für die hohen Preise nannte die Behörde vor allem den Tanktourismus aus Deutschland und den verstärkten Transitverkehr.

Kein Einfluss der Transportkosten

Die von der Mineralölwirtschaft immer wieder ins Spiel gebrachten Transportkosten spielten hingegen keine nennenswerte Rolle. Und auch ein Einfluss wegen hoher Grundstückskosten konnte nicht festgestellt werden.

Da eine ähnliche aktuelle Studie in Vorarlberg ergeben habe, dass ein hoher Anteil der Marktführer und eine geringe Tankstellendichte zu überdurchschnittlich hohen Spritpreisen führen kann, folgert die Bundeswettbewerbsbehörde, "dass sich nachfrageseitig Markteintritte positiv auf die Treibstoffpreise auswirken können. Die jüngsten Entwicklungen in Salzburg untermauern diese Argumentation." (APA)