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Blick auf den Saturn (Kombination bearbeiteter Cassini-Aufnahmen)

Bild: AP/NASA

Propeller in Saturns A-Ring

Bild: NASA/JPL/Space Science Institute

Am 11. August trafen die Strahlen der Sonne genau senkrecht auf die schmale Außenkante der Saturn-Ringe und enthüllten für ForscherInnen überraschende Formationen und Strukturen. "Es ist, als ob man eine 3D-Brille aufsetzt und Dinge das erste Mal in der dritten Dimension sieht", so Bob Pappalardo, Forscher an NASAs Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien). Den Blick verdanken die ForscherInnen der Raumsonde "Cassini", die das sogenannte Äquinoktium (Tagundnachtgleiche) mit ihren Instrumenten festgehalten hatte, wie die US-Weltraumbehörde NASA diese Woche bekannt gab. Das Ereignis tritt zwei Mal während des Saturn-Umlaufs um die Sonne auf, was etwa 29,7 Erdjahre dauert - eine derartige Beobachtungsgelegenheit ergibt sich daher nur etwa alle fünfzehn Jahre.

Einst glaubten ForscherInnen, dass die Saturn-Ringe nahezu flach sind, nun würden sie über das Ausmaß der Krausen und Staubwolken in den Ringen staunen, die durch das Äquinoktium sichtbar geworden sind, so die NASA.  Mit Hilfe der dabei entstandenen Schatten kann erstmals u.a. die Höhe bereits bekannter Ringobjekte bestimmt werden.

Entdeckungen

In den gewaltigen Ansammlungen von Gestein und Eis seien durch die besonderen Lichtbedingungen nun Höhenunterschiede von bis zu vier Kilometern enthüllt worden - weit mehr als bislang angenommen worden war. Die neuen Aufnahmen zeigen u.a. ungewöhnliche, propellerartige Strukturen auf Saturns äußerem A-Ring und Staubwolken in den Ringen, die durch den Einschlag kosmischer Gesteinsbrocken auf die Ringpartikel oder Kollissionen von Ringpartikeln miteinander entstanden sein dürften.

"Cassini" ist 2004 in eine Umlaufbahn um den Saturn eingetreten. Seither haben die Instrumente der Sonde bisher unbekannte Ringe und Monde entdeckt und zum Verständnis von Saturns Ringsystem beigetragen. (red)