Rom - Ein wilder Streit tobt in Italien um gläubige Muslimas, die von Kopf bis Fuß verschleiert auf die Straße gehen. Die Gemeinde Montegrotto Terme bei Padua verbietet jetzt vermummten Frauen auf die Straße zu gehen. Eine Geldstrafe soll für die Missachtung des Vermummungsverbotes verhängt werden, beschloss der Bürgermeister der Thermenstadt, Luca Claudio, Mitglied der rechtsextremen Partei "La Destra".

Die Burka, die Muslimas von Kopf bis Fuß bedeckt, sei in der Öffentlichkeit in Italien verboten, weil die Person dadurch nicht zu identifizieren sei, was für die Sicherheit gefährlich ist, betonte der Bürgermeister nach Angaben italienischer Medien. Er bezog sich auf ein Dekret aus dem Jahr 1931. Danach dürfe man sich in der Öffentlichkeit nicht so stark verschleiern, dass das Gesicht nicht mehr zu erkennen ist. Es handelt sich also um eine Art von Vermummungsverbot. Dieses Dekret müsse respektiert werden, so der Bürgermeister.

Die Initiative Claudios wurde von einigen Vertretern der islamischen Gemeinschaft in Italien als rassistisch bezeichnet. Das Thema Burka wird zurzeit in Italien heftig debattiert. Die Kunden eines Supermarkts in der Provinz Treviso hatten diese Woche heftig gegen eine komplett verschleierte Frau protestiert, die ihre Einkäufe erledigte. Der Direktor des Supermarktes wurde aufgefordert, die Frau zu verjagen, dieser weigerte sich mit der Begründung, die Muslima sei seit Jahren eine Kundin. (APA)