New York/Jerusalem - Ägypten hat sich für eine möglichst rasche Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern ausgesprochen. "Das Einfrieren der israelischen Siedlungsaktivitäten sollte gleichzeitig und parallel mit der Verhandlungsschiene erfolgen", sagte der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit am Samstag vor der UNO-Vollversammlung in New York.

Die Palästinenser bestehen bisher auf einem Siedlungsstopp als Vorbedingung zur Wiederaufnahme der Gespräche. US-Präsident Barack Obama hatte bei einem Dreiergipfel mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu und Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas diese Woche jedoch deutlich gemacht, dass es schnell zu Fortschritten kommen muss.

Jerusalem-Status

Wie Obama sprach sich auch Gheit dafür aus, jetzt ohne Umschweife über die endgültige Friedenslösung zu verhandeln. Es dürfe nicht mehr Zeit mit bekannten Details verloren gehen, sagte der Ägypter. Zudem forderte er, den Status von Ostjerusalem in die Verhandlungen einzubeziehen. Die israelische Regierung will diese besonders umstrittene Frage vorerst ausklammern.

Israel riegelte unterdessen bis zum Ende des jüdischen Yom-Kippur-Festes aus Sicherheitsgründen das Westjordanland ab. Die Sperrung der Grenzen beginnt ab Samstag um Mitternacht, wie die Streitkräfte mitteilten. Yom Kippur (Versöhnungstag) ist das höchste Fest im jüdischen Kalender. Der Feiertag der Reue, Umkehr, Versöhnung und des Fastens beginnt mit dem Sonnenuntergang am Sonntag und endet mit dem Sonnenuntergang am Montag. Israel hat in den vergangenen Jahren während der meisten Feiertage das Westjordanland aus Angst vor Anschlägen palästinensischer Extremisten abgeriegelt.

Israelis gedenken an diesem Tag auch der Opfer des Nahost-Krieges von 1973, als Ägypten und Syrien zu Yom Kippur Israel überraschend angegriffen hatten. Auch aus diesem Grund bleibt die Armee seit dem Krieg von 1973 an diesem Tag in besonderer Bereitschaft. (APA/AP)