Wien - Zumindest jeder fünfte Österreicher leidet an Sodbrennen - und dieser Reflux bedeutet nicht nur eine Einschränkung der Lebensqualität, sondern auch eine ernsthafte Gefahr: Fünf Prozent der Betroffenen, das entspricht 300 Personen pro Jahr, entwickeln einen Speiseröhrenkrebs, warnte heute, Dienstag, der Gastroenterologe Arnulf Ferlitsch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Wie so viele Krankheiten, ließe sich auch der Reflux zumeist durch eine Änderung des Lebensstils in den Griff bekommen. Aber Österreicher wollen bekanntlich nur sehr ungern auf fette oder scharfe Speisen, Rauchen oder gar Alkohol verzichten. Und so treten die meisten den Gang in die Apotheke an, um Linderung für ihr Sodbrennen zu finden - viele, ohne vorher zum Arzt zu gehen.

Protonenpumpenhemmer rezeptfrei

Sie bekamen bisher von den Pharmazeuten Antazida, die die Magensäure neutralisieren, oder H2-Rezeptorantagonisten, die die Sekretion der Salzsäure vermindern. Neuerdings darf - nach Abklärung, ob ein Arztbesuch nötig wäre, wie der Welser Pharmazeut Reinhard Kosch betonte - auch ein Protonenpumpenhemmer, der sehr wirksam und für längere Zeit die Säureausschüttung in den Magen verhindert, ohne Rezept abgegeben werden.

Das Medikament, das zuvor lange Jahre nur auf Verschreibung erhältlich war, darf aber ohne medizinische Zusage keinesfalls länger als vier Wochen eingenommen werden. Klingen die Beschwerden nach 14 Tagen nicht ab, muss ebenfalls der Arzt aufgesucht werden. Vorsicht ist generell bei Blutverdünnungsmitteln angesagt, da hier erst durch Studien abgeklärt werden muss, ob hier eine vermutete Wechselwirkung eintritt. (APA)