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Die Drucker steigen auf die Barrikaden.

Foto: APA/Martin Ruetschi/KEYSTONE

Wien - Die Drucker machen ernst und geben mit einer Demonstration in der Wiener Innenstadt am Dienstagabend den Startschuss für einen rund sechswöchigen Arbeitskampf. Nach siebenmonatiger Verhandlung zwischen Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) und dem Verband Druck und Medientechnik konnte noch immer keine Einigung auf einen für die gesamte Druckbranche befriedigenden Kollektivvertrag erzielt werden. Sollte es in sechs Wochen keine Einigung geben, wird gestreikt, stellte GPA-djp-Verhandlungsführer Franz Bittner unmissverständlich klar.

Zahlreiche Verhandlungen

Nachdem die Arbeitgeber Ende 2008 den Kollektivvertrag wegen zu hoher Lohnkosten einseitig aufgekündigt hatten, kam es in der Folge zu zahlreichen Verhandlungsrunden. Laut Bittner habe man sich im Rahmen dessen viermal geeinigt, eine kleine Gruppe, die zur Wirtschaftskammer gehört, habe aber den Abschluss dieser Kompromisseinigung zwischen Gewerkschaft und Verband jedes Mal zu verhindern gewusst. Gespießt hatte es sich vor allem im Bereich der Bogenbetriebe, bei denen die Arbeitgeber noch nachverhandeln wollen.

Nach einem letzten gescheiterten Einigungsversuch im August "ist unsere Geduld nun zu Ende", erklärte Gewerkschaftschef Wolfgang Katzian. "Das ist kein Arbeitskampf der Drucker mehr, das betrifft die gesamte GPA", rief er zur Solidarität auf. Die Beschäftigten der Druckereibetriebe könnten sich bei ihrem Arbeitskampf auf die volle Unterstützung und Organisationskraft der Gewerkschaft verlassen, so Bittner.

"Bremser" von der Gewerkschaft

In einem ersten Schritt will die Gewerkschaft vor allem "die Hardliner treffen", also jene, die das Zustandekommen des Kollektivvertrags bisher erfolgreich verhindert haben und damit den Verband Druck und Medientechnik "in Geiselhaft nehmen", so Bittner. Zunächst werden die "Bremser" von der Gewerkschaft also "besonders betreut". Sollten diese nicht einlenken, sieht sich die Gewerkschaft zum Streik gezwungen. "Das ist aber nicht unser Ziel", betonte Bittner. "Allerdings befinden wir uns in der Situation, beweisen zu müssen, dass man so mit der Gewerkschaft und den Betriebsrätinnen und Betriebsräten nicht umgehen darf." Unter einem Streik würde dann die gesamte Branche leiden, also auch die Tageszeitungen, die sich bereits mit ihren Druckern auf einen Kompromiss geeinigt haben, diesen Konsens aber nicht für den gesamten Verband herbeiführen konnten.

Der Arbeitskampf dreht sich von Arbeitnehmerseite konkret um einen einheitlichen KV für alle Druckereibeschäftigten, die Aufrechterhaltung des Nachtzuschlags, des Urlaubs- und Weihnachtsgelds, der 37-Stunden-Woche, der Biennalsprünge sowie des Mehrwerkezuschlags. (APA)