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Kathrin Zettel und Nicole Hosp (re) sind bereit für den Winter.

Foto: APA/ Groder

Kitzbühel - Am 4. Jänner 2009 hat sich Nicole Hosp beim Einfahren für den Weltcup-Slalom in Zagreb bei einem Sturz einen Riss des inneren Seitenbandes, einen Einriss des vorderen Kreuzbandes und eine Impressionsfraktur des Schienbeinkopfes zugezogen. Ihr Comeback gab die Gesamtweltcupsiegerin von 2007 am 12. Februar bei der WM in Val d'Isere mit einem 23. Platz im Riesentorlauf. Vollständig genesen geht die 25-jährige Tirolerin im kommenden Winter auf den Gesamtweltcup los und hat gleichermaßen auch die Olympischen Winterspiele im Visier.

Sie sind nach der schweren Verletzung wieder voll genesen, wie fühlen Sie sich?
Hosp:
"Mir geht es sehr gut, ich habe wenig Probleme mit dem Knie. Es hat ja schon wieder Ende des Winters gut funktioniert, ich bin im Frühjahr noch viel Ski gefahren und habe viel getestet, das hat gut gepasst. Ich habe noch bis Ende Mai Therapie gemacht, ich hatte Zeit und warum sollte ich die nicht nützen und schauen, dass alles wieder gut passt. Nicht, dass ich etwas mitziehe."

Verlief das Sommertraining wunschgemäß?
Hosp: "Ja, prima. Super Bedingungen, ohne Probleme, ich bin eigentlich schmerzfrei, klar, bei extremer Belastung zwickt es noch, aber das legt sich alles gleich wieder. Ich bin noch jeden Tag Ski gefahren, an dem ich es mir vorgestellt habe."

Günter Obkircher ist Ihr neuer Gruppentrainer, er und sein Team kommen aus dem Herrenbereich. Man hört nur Gutes...
Hosp: "Ich finde es super, es ist wieder ein frischer Wind reingekommen, es macht riesig Spaß. Ich habe das Gefühl, dass sie sich leichter tun, mit uns zusammenzuarbeiten. Es ist alles harmonisch, läuft alles gut zusammen, es ist eine gute Kommunikation da."

Keine Bedenken gehabt, schließlich steht doch eine Olympiasaison an?
Hosp: "Nein, überhaupt nicht. Umsetzen, auf den Skiern stehen muss sowieso ich selbst, da kann mir kein Trainer helfen. Sie können mir nur Tipps geben und sagen, was besser zu machen ist, ausführen muss ich es."

Wie profitieren Sie von den neuen Trainern?
Hosp: "Was die Korrekturen betrifft zum Beispiel. Man macht mehr oder weniger eh immer die gleichen Fehler, das sind Sachen, die sich von Kind auf durchziehen, weil das die Schwächen sind. Man bekommt es jetzt halt wieder anders zu hören, andere Verbesserungsvorschläge. Das ist oft einmal leichter umzusetzen, als wenn man immer das Gleiche hört."

Sind Sie schon für den Saisonauftakt in Sölden bereit?
Hosp: "Ja, ich bin soweit gut bereit, ich freue mich schon, dass die Rennen wieder losgehen. Schnee wäre halt wichtig."

Wenn Großereignisse sind, muss man als Rennläufer immer zwei Seiten im Auge behalten, im kommenden Winter also den Kampf um Medaillen bei Olympia und den Gesamtweltcup. Heißt das doppelt Gas geben, oder mit den Kräften mehr haushalten?
Hosp: "Gas geben, schauen, dass man auf die Erfolgswelle raufhüpft und da bis Ende März oben bleibt. Das ist das Wichtigste. Wenn nichts Gravierendes dazwischen kommt, haut dich nichts raus. Timen auf Olympia ist verdammt schwierig - vor allem in Österreich, weil zu viele Läuferinnen sind, da muss man sich ja im Vorfeld auch qualifizieren. Das Timen ist Anja Pärson 2007 in Aare gelungen, und davor einem Aamodt und einem Kjus, aber sonst gibt's da nicht viele, die exakt zum Höhepunkt dann so Form waren."

Brauchen Sie das auch, dass sie schon mit etwas in der Tasche zu einem Großereignis hinkommen?
Hosp: "Bei mir ist es immer so: den letzten Schliff, dass ich absolut in Hochform komme, dazu brauche ich die Rennen. Im Slalom ist es oft eine Gratwanderung. Fädelst zweimal ein hintereinander, bist du nicht mehr so frei im Kopf, dass du sagst, 'geht leicht". Dann geht eh schon die Murkserei los. Du brauchst auch ein Ergebnis. Schaffst du bei den ersten zwei Rennen Topresultate, dann geht es eh automatisch und du bist in Hochform."

Wieviel Speedtraining haben Sie im Sommer gemacht?
Hosp: "Nicht viel, in Zermatt ein bisserl. Ich möchte jetzt noch einen kleinen Block machen, wenn es mal schneit. Das Hauptaugenmerk liegt im Winter auf Slalom und Riesenslalom. Kombinationen und Super-G fahre ich auch alle, und die Abfahrten wieder, wie sie reinpassen. Viele Möglichkeiten zum Auslassen gibt es aber eh nicht."

Sie und Elisabeth Görgl sind diejenigen, die ins Rennen um die große Kristallkugel geschickt werden. Was ist die Taktik, gehen Sie es wieder gleich an?
Hosp: "Ja, mein Ziel ist, dass ich schaue, dass ich in den technischen Disziplinen wieder ganz vorne mit dabei bin und zwar gleich von Anfang an. Wenn es gleich gut los geht, bin ich mir sicher, dass ich in Form komme und dass das dann eh automatisch geht. Oder auch nicht. Planen und erzwingen kann man den Gesamtweltcup sowieso nicht. Ich kann nur mein Bestes geben und hoffen, dass ich das notwendige Glück dazu habe. Dann wird es hoffentlich hinhauen." (APA)