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"Die Hacklerregelung ist die große Einbruchstelle im Pensionssystem."

AP Photo/Kerstin Joensson

Salzburg - Beim 13. Ordentlichen Seniorentag wählten am Mittwochnachmittag 157 Delegierte in Salzburg den ehemaligen Nationalratspräsidenten Andreas Khol erneut zum Obmann des VP-Seniorenbunds. Khol erhielt bei seiner Wiederwahl 100 Prozent der Stimmen. Der Seniorenbund hat österreichweit rund 300.000 Mitglieder und ist die größte Teilorganisation der ÖVP.

"Wer die Senioren hat, hat die Mehrheit", war deshalb auch ein oft zitierter Spruch in der Großen Aula der Salzburger Universität. In seiner Rede hatte Khol den wachsenden Einfluss der Senioren in Politik und Gesellschaft betont und die erfolgreiche Arbeit der vergangenen fünf Jahre gelobt. Es sei unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gelungen, das Pensionssystem für die nächsten Generationen zu sichern. Doch durch die Veränderungen der vergangenen Jahre gerate das System erneut in Gefahr, kritisierte er die Flucht in die Frühpension: "Die Hacklerregelung ist die große Einbruchstelle im Pensionssystem."

Pröll: Pensionisten keine "graue Gefahr"

In seiner Rede sprach sich ÖVP-Chef Vizekanzler Josef Pröll für ein faires Miteinander der Generationen aus. Es gehe nicht an, dass in manchen Medien die Pensionisten als "graue Gefahr" für den Staatshaushalt hingestellt werden. Das sei Nonsens. Um die durch die Wirtschaftskrise entstandenen Schulden und Defizite abzubauen, brauche es Solidarität. Jeder werde seinen Beitrag zur Bewältigung beitragen müssen. Er werde es aber nicht zulassen, dass dabei der Neidkomplex geschürt werde, sagte Pröll.

In den rund 20 Anträgen formulierten die VP-Senioren eine ganze Reihe von Forderungen an die Bundesregierung. Sie verlangen, unter anderem dass der Pensionistenpreisindex dauerhaft als Berechnungsgrundlage für die Erhöhung der Pensionen herangezogen wird. Auf der Wunschliste finden sich auch die Anerkennung der Kindererziehungszeiten für alle Frauen, die Ausstattung der E-Card mit einem Foto oder ein bundeseinheitlicher Heizkostenzuschuss von 250 Euro. (APA)